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  • 23. November 2009 30 3 Min.

Andreas Unterberger, ehemaliger Chefredakteur der "Wiener Zeitung", schreibt in seinem Blog mit deutlichen Worten gegen die Einführung der Homo-Ehe in Österreich an.

Von Norbert Blech

In Österreich gibt es Aufregung um einen Blog-Eintrag des ehemaligen Chefredakteurs der "Wiener Zeitung", Andreas Unterberger. In seinem Eintrag "Schwulenehe: die miesen Tricks" lässt er allen möglichen Vorurteilen freien Lauf. Das Blog ist eine Fortsetzung einer bisher in der "Wiener Zeitung" veröffentlichten Kolumne des 60-jährigen Journalisten. Anlass ist der Beschluss der Regierungskoalition aus SPÖ und ÖVP, die Homo-Ehe zum 1. Januar 2010 einzuführen (queer.de berichtete).

Hinter den "miesen Tricks", gar den "wahren Sauereien im Hintergrund" verbirgt sich die Art der Einführung der Homo-Ehe, denn der Kompromiss ermögliche auf Dauer eine weitere Gleichstellung, sei es durch Gerichte oder eine gewiefte Auslegung des Gesetzestextes (etwa zur Standesamtsregelung). Mit dem "Umfaller" der ÖVP ist Unterberger nicht zufrieden.

Es folgt die Angst, auch Geschwister oder heterosexuelle Freunde könnten für sich eine Homo-Ehe einklagen. Zudem werde "die bisher völlig verschwiegene" Möglichkeit geschaffen, echte oder vorgebliche Schwule aus dem Ausland zu heiraten. Kombiniert mit der Familienzusammenführung schlage das eine "Bresche in die Migrationsabwehr".

"Sehr teuer wird Österreich auch der künftige Anspruch homsexueller Witwer und Witwen auf eine Hinterbliebenenpension kommen", kritisiert Unterberger. Dies geschehe mangels Kinder "auf Kosten der anderen Pensionsbezieher" und sei "ein weiterer überflüssiger Griff in die leeren Pensionskassen".

Heteros leben länger

Vor allem sei für viele Österreicher der "laut gefeierte Triumph der homosexuellen Szene ein Problem". Die Homo-Ehe habe propagandistische Züge, die nicht wirkungslos bleiben werde: "Es gibt nämlich noch immer keinen einzigen Beweis für ein Homosexualitäts-Gen, aber sehr viele statistische Beweise für psychosoziale Zusammenhänge, die zur Homosexualität führen. Daher gilt zweifellos auch: Je positiver sich die Gesellschaft zur Homosexualität stellt, umso häufiger wird es sie geben."

Dabei sei eine solche Homosexualisierung der Gesellschaft "gesundheitspolitisch nicht sonderlich erstrebenswert", denn "auf Grund des etwas anderen Lebensstils ist bei Schwulen die Lebenserwartung ja deutlich niedriger", so Unterberger, der sich sorgt, durch Anti-Homophobie-Gesetze solche Kritik bald nicht mehr ausüben zu können.

"Menschenverachtende Arroganz"

Der Blog-Eintrag Unterbergers hat zu zahlreichen Reaktionen übers Wochenende geführt. Die Webseite der Organisatoren einer Demo in der letzten Woche für eine umfassende Homo-Ehe wundern sich, wie "groß die Angst mancher homophober Menschen ist." erstklassigerechte.at schreibt: "So groß, dass sie nicht davor zurückschrecken, Angst, Halb- und Unwahrheiten zu verbreiten", und vermutet "menschenverachtende Arroganz".

Das Blog "Think outside your box" schreibt, die Passagen über die Lebenserwartung von Schwulen "verletzen die Menschenwürde jedes Einzelnen und sind daher strikt zu verurteilen und zurück zu weisen." Das Online-Magazin Rigardi findet, es gebe an dem Text moralisch viel zu beanstanden, greift aber die Argumentation an.

Auch der deutsche Blogger Steven Milverton nimmt den Blog-Eintrag im Detail auseinander. Unterberger, "den man ausweislich von Blogverlinkungen wie zu 'eigentümlich frei' und 'Politically incorrect' ohne weiteres dem rechtsextremen Spektrum zuordnen kann", könne "miese Tricks" nur in seiner eigenen Arbeit ausfindig machen.

-w-

#1 goddamn. lberalAnonym
  • 23.11.2009, 11:07h
  • "den man ausweislich von Blogverlinkungen wie zu 'eigentümlich frei' und 'Politically incorrect' ohne weiteres dem rechtsextremen Spektrum zuordnen kann"

    Falls diese Websides rechtsextrem sind, dann ist der Rechtsextremismus im Mainstream, seinen Medien (z. B. Alexander Kissler, SZ) und seinen Parteien (z. B. Detmar Doering, FDP), angekommen...
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#2 Jan W.Anonym
  • 23.11.2009, 11:25h
  • Wieviele solcher Diskussionen habe ich schon gelesen und mitgehört.

    Es ist im Grunde nur Hass.
    Hass gegen Homosexuelle, der mit pseudosachlichen Argumenten und Ausreden belegt werden soll.
    Warum stören sich einige Heterosexuelle sonst daran, dass es eine Homo-Ehe gibt, das hat mit Ihnen doch nichts zu tun.
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#3 Good ol friendAnonym
  • 23.11.2009, 11:34h
  • Antwort auf #2 von Jan W.
  • Es geht hier auch und vor allem um die Angst der konstruierten Mehrheit vor dem Verlust ihrer soziokulturellen Hegemonie, die viele Menschen zur Kompensation ihrer eigenen Minderwertigkeitsgefühle nun einmal brauchen!
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