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  • 23. November 2009 30 2 Min.

Unter churchouting.org sollen homosexuelle Priester anonym gemeldet werden. Die Webseite will damit gegen Heuchelei ankämpfen, die Leben kostet.

Von Norbert Blech

Mit dem Slogan "wir bringen das Licht der Wahrheit in die Dunkelheit der Heuchelei" wirbt eine neue Internet-Seite für sich, die für Debatten in der amerikanischen Gesellschaft und in der schwulen Szene führen wird. Denn "ChurchOuting.org" will katholische Priester aus der Erzdiözese der US-Bundeshauptstadt Washington outen.

Die Seite setzt auf anonyme Hinweisgeber, die über die Homosexualität eines Priesters berichten (Hinweise auf Affären mit einer Frau sind übrigens auch erwünscht). Ein Outing sei der letzte Schritt, verspricht die Webseite.

Wenn eine Geschichte über einen Priester verifiziert sei, werde man sich zunächst mit diesem in Verbindung setzen, um ihm zu helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Doch wie diese aussehen könnten, wird im Unklaren gelassen. Allerdings werden allgemein Priester gelobt, die nicht nur schweigen, sondern sich aktiv gegen die schwulenfeindliche Haltung des Vatikans stellen.

Offenheit gegen innere Konflikte

Hinter ChurchOuting.org steckt keine größere Organisation, die Webseite wird von dem Einzel-Aktivisten Phil Attey aus Washington betrieben. Er widmet die Seite den Familien, die ein geliebtes Mitglied durch die von der Moral der katholischen Kirche ausgelösten inneren Konflikte verloren haben, sei es durch Selbstmord oder Ablösung von der Familie.

Die Erzdiözese Washington war erst letzte Woche ins Gerede gekommen, nachdem sie angekündigt hatte, ihre soziale Arbeit einzustellen, sollte der Stadtrat ein Gesetz zur Homo-Ehe einführen (queer.de berichtete). Mit der Verabschiedung des von Kirchen bekämpften Gesetzes wird allgemein gerechnet.

Der Gesetzentwurf für den 3,3-Millionen-Distrikt sieht nicht vor, dass Kirchen Homo-Paare trauen müssen, stoppt aber Diskriminierung etwa im Bereich der Adoptionsvermittlung, die auch von Kirchen getragen wird.

-w-

#1 stephan
  • 23.11.2009, 13:28h
  • Ein solches Outing halte ich dann und nur dann für angemessen, wenn sich der Priester (oder sonst irgendwer) in der Öffentlichkeit massiv gegen Homosexualität oder Homosexuelle geäußert hat! Dann allerdings halte ich es für richtig, ihm/ihr ein Spiegelbild vorzuhalten!
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#2 Kristian
  • 23.11.2009, 13:43h
  • Völlig inakzeptabel. Solche vielleicht sogar gutgemeinten Aktionen werden hoffentlich auch von der absoluten Mehrzahl der Homosexuellen abgelehnt.
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#3 Liedel
  • 23.11.2009, 14:04h
  • Man darf dabei aber nicht vergessen, dass katholische Priester in der Kirchenhierarchie ganz unten stehen. Klar, wenn sie Hass predigen: Spiegel vorhalten. Ich persönlich fände ja ein Outing unter "höheren" Funktionsträgern innerhalb der RKK viel spannender. Kardinäle, Bischöfe usw. Denn diese Funktionsträger sorgen ja in erster Linie für das innerkirchliche Fortbestehen der Diskriminierung, in Deutschland, was die Bischöfe angeht, aus Steuern bezahlt ...
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