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- 30. November 2009 2 Min.
Nach mehreren Gewaltakten wird die Video-Stele zum Gedenken an die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus im Berliner Tiergarten demnächst angeleuchtet.
Das sagte Uwe Neumärker, der Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, die auch für das Homo-Mahnmal gegenüber zuständig ist, dem queeren Stadtmagazin "Siegessäule" aus Berlin. Bereits im Dezember könnten die nötigen Arbeiten verrichtet werden. Eine nächtliche Überwachung durch Sicherheitspersonall lehnte Neumärker allerdings ab: "Da sollte das Land weiter sein, als Denkmäler durch Kameras zu schützen."
Seit Mai 2008 war das Mahnmal insgesamt dreimal beschädigt worden. Die Aggression der Täter richtete sich dabei immer gegen die Scheibe der Stele, hinter der eine Projektion von einem Kuss zwischen zwei Männern in Endlosschleife läuft. "Dabei hätte ich eher gedacht, dass die Infotafel beschmiert wird", wundert sich Neumärker in dem Magazin. Die Infotafel liegt freilich in Straßennähe und ist weniger von öffentlichen Blicken abgeschirmt wie die Stele.
Aber immerhin: "Der Film ist ein Blickfang." Die Stiftung weist darauf hin, dass es am großen Stelenfeld zum Gedenken an ermordete Juden zwar Schmierereien gegeben habe, aber keine Aggression in dieser Qualität.
Derzeit läuft ein Wettbewerb, um den Film im nächsten Mai wie vorgesehen durch einen neuen zu ersetzen (queer.de berichtete). Zur Konzeption des Denkmals gehört, dass der Film im Zweijahres-Rhythmus
gewechselt wird. Nicht nur in der Berliner Szene wird gestritten, ob nun ein küssendes Frauenpaar gezeigt werden sollte.
Lesben wurden während der Nazi-Zeit aufgrund ihrer sexuellen Orientierung nicht gezielt verfolgt, litten aber ebenfalls unter der Zerstörung der Infrastruktur der Szene und des Verlagswesens. Zudem wollten viele aus Angst nicht als lesbisch auffallen. (nb)













Klar, um an die massenhafte Verfolgung von Lesben im Dritten Reich zu erinnern...