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- 01. Dezember 2009 2 Min.
Eine argentinische Richterin hat gestern mit einer Verfügung im letzten Moment die erste gleichgeschlechtliche Ehe Lateinamerikas verhindert.
Von Norbert Blech
Der 39-jährige Alex Freyre und sein zwei Jahre älterer Freund José María Di Bello wollten sich heute in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires das Ja-Wort geben, nachdem ihnen ein Gericht dies erlaubt hatte. Doch die Familienrichterin Marta Gómez Alsina gab in letzter Minute dem Antrag eines Bürgers statt, die Genehmigung des anderen Richters für nichtig zu erklären.
Den 1. Dezember hatte sich das Paar ausgesucht, um zugleich auf den Welt-Aids-Tag hinzuweisen. Der Sozialarbeiter Freyre und der Soziologe Di Bello sind selbst beide HIV-positiv. Medienberichten zufolge wollen sie am Dienstag trotzdem vor dem Standesamt erscheinen und die Eheschließung einfordern, zumal ihnen kein Bescheid vom Gericht zugestellt worden sei. Die Anwältin des Paares hält die Entscheidung zudem für nichtig, da die Richterin auf dem gleichen Level wie der Erstrichter arbeite und keine Berufungsinstanz sei. Auch sei ein Familiengericht nicht zuständig.
Das Paar hatte bereits im April versucht, das Aufgebot zu bestellen, wurden von der Behörde jedoch abgelehnt. Daraufhin riefen sie die Justiz an, das Verwaltungsgericht von Buenos Aires gab ihnen zunächst recht und erklärte entgegenstehende gesetzliche Regeln für verfassungswidrig, der Bürgermeister der Metropole versprach eine Umsetzung und verzichtete auf eine Berufung.
Einige Rechte schon seit 2002
In Buenos Aires sind Eingetragene Lebenspartnerschaften bereits seit 2002 für Homo-Paare möglich, sie haben aber nicht dieselben Rechten und Pflichten wie Eheleute. In einer Umfrage sprachen sich rund 68 Prozent der Argentinier für eine Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare aus. Gegen die Homo-Ehe laufen vor allem die katholische Kirche und konservative Kreise Sturm.
Mit der neuesten Gerichtsentscheidung ist die Hochzeit von Freyre und Di Bello übrigens noch nicht endgültig gestrichen: Marta Gómez Alsina stoppte nur die Ausführung der Homo-Ehe. Über deren Zulässigkeit muss nun ein höheres Gericht entscheiden. Das birgt Chancen für ganz Argentinien: die ursprüngliche Entscheidung galt nur in Buenos Aires.














