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- 03. Dezember 2009 2 Min.
Der Senat des Bundestaates New York lehnt ein Gesetz zur Einführung der Homo-Ehe ab - trotz demokratischer Mehrheit.
Von Norbert Blech
Große Enttäuschung bei den Schwulen und Lesben im US-Bundesstaat New York: Die Senatoren ließen den von Gouverneur David Paterson vorgelegten und im Mai im Repräsentantenhaus gebilligten Gesetzentwurf zur Einführung einer Homo-Ehe am Mittwoch mit 38 zu 24 Stimmen durchfallen. Bereits vor zwei Jahren war eine entsprechende Gesetzesinitiative im Senat gescheitert, damals mehrheitlich unter republikanischer Führung. Dass der Gesetzentwurf erneut scheiterte, nun bei einer Mehrheit der Demokraten, liegt an acht Senatoren der Partei, die trotzdem gegen die Homo-Ehe stimmten.
Dass das Ergebnis der Abstimmung knapp werden würde, war erwartet worden: einige der demokratischen Senatoren sind stark religiös oder vertreten entsprechende Wahlkreise. Es waren vor allem schwarze und jüdische Senatoren der Partei, die in der Debatte den Kampf um die Homo-Ehe mit ihrem früheren Kampf um Bürgerrechte in Verbindung brachten und für die Vorlage stimmten.
Für eine Überraschung sorgte die Rede der Pastorentochter Ruth Hassell-Thompson, mit deren Gegenstimme gerechnet wurde. Sie sprach erstmals von ihrem schwulen Bruder, der den Druck der Familie nicht aushielt. Wie sie die halbe Welt nach ihm absuchte, ihn schließlich fand und in die Familie zurückbrachte, und dabei seinen Lebenspartner kennenlernte. Eine liebevolle Beziehung, die mit dem Tod des Partners endete und den Bruder rechtlos ließ. Ihre Ja-Stimme werde ihrer Schwester, die nun ebenfalls als Priesterin arbeitet, nicht gefallen, sagte die Senatorin. Auch hätten viele in ihrem Wahlkreis ein "Nein" erwartet. Doch Hassell-Thompson erwiderte, sie sei gewählt worden, um die Menschen in die richtige Richtung zu führen.
Paterson will erneut abstimmen lassen
Der Gouverneur von New York, der bereits am Abend zuvor die zweite Lesung der Gesetzesvorlage im Repräsentantenhaus abgehalten hatte, so dass er sie nach einer Verabschiedung im Senat direkt unterzeichnen hätte können, zeigte sich enttäuscht, aber kämpferisch: "Es ist immer am schwärzesten vor der (Morgen-)Dämmerung." Er verstehe den Ärger, die Enttäuschung. Die Senatoren hätten unter Druck gestanden und nun müsse alles getan werden, um den Druck abzubauen. Danach werde man die Vorlage erneut zur Abstimmung bringen.
Am Abend demonstrierten mehrere hundert Menschen in New York am Times Square. Wie das breite Plakat "N.Y. Crime Scene" in Form einer Polizeiabsperrung verdeutlichte, halten sie das Abstimmungsergebnis für ein Verbrechen.















Nach seiner Façon selig werden kann man in den USA nur, wenn man möglichst religiös verbrämt ist und jede Menge Geld hat. Arme, Atheisten und Agnostiker fallen durchs Raster. Ganz zu schweigen von dem jahrzehntelangen Hickhack um eine gesetzliche Krankenversicherung für Arme und Bedürftige.
"Land of the free"? Welch ein groteskes Zerrbild der amerikanischen Nation, die religiöses Spinnertum goutiert und die die Entblößung von Brustwarzen in Aufruhr versetzt, während in Ruhe weiter geballert und gemordert werden darf.
Der konservative Rollback ist in den Staaten bereits lange angekommen, da kann Obama machen, was er will. In Zeiten wirtschaftlicher Not brauchen die Leute offensichtlich nicht nur einen Messias, sondern auch die kuschelig-autoritäre Atmosphäre der Religionen, die ihnen sagen, wo es langgeht.
Für freiheitsliebende Schwule und Lesben ist in diesem Land kein Platz mehr.
Hoffen wir, dass wir uns in Europa der Lawine des Konservatismus, die auf uns zurollt, standhaft widersetzen können. Wir sollten wachsam sein. Am Anfang sind es nur ein paar Abstimmungen, die wir verlieren (siehe Bundesrat neulich) - am Ende stehen wir vor einem Nichts und einer Armada religiös fanatisierter Grenzdebiler gegenüber.
Nota bene: Norbert Geis ist überall!