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- 10. Dezember 2009 2 Min.
Der Freund des am Dienstagabend von Tigern verletzten Dompteurs ist in Hamburg festgenommen worden, weil er offenbar aus Verzweiflung die Tiere erschießen wollte.
Der 28-jährige Tiertrainer Christian W. war am Dienstag vor den Augen von rund 200 Show-Gästen in der Hagenbeck’schen Dressurhalle während einer Show mit drei Bengalischen Jungtigern angegriffen und lebensgefährlich verletzt worden. Er erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma und schwere Verletzungen am Kopf. Die Ärzte mussten ihm außerdem eine Hand amputieren. Sein Zustand ist nach wie vor kritisch.
Jetzt hat die Polizei laut einem Bericht der "Welt" den Lebenspartner von W. auf dem Gelände der Dressurhalle festgenommen. Sie hatten zuvor Berichte erhalten, dass der verzweifelte Mann die verantwortlichen Tiere erschießen wollte. Bei einer Durchsuchung der Wohnwägen fanden sie allerdings keine Waffe. Der Mann ist inzwischen wieder freigelassen worden.
Die Veranstalter des "Dinner-Zirkus" haben mitgeteilt, dass die Attacke der Tiger kein böswilliger Angriff gewesen sei. "Ein Unfall ist bei besonderen Spitzenleistungen, mit Tieren, am Trapez oder auf dem Hochseil, eben leider immer möglich", heißt es in einer Pressemitteilung. W. war während der Vorführung gestolpert. Weil er am Boden lag, wollten die Raubkatzen lediglich sehen, was mit ihrem Alpha-Tier geschehen ist. Tiger gehen dabei untereinander äußerst rau vor – was bei dünnhäutigen Menschen zu erheblichen Verletzungen führt.
Die Tiershow läuft trotz des Unfalls weiter. Vorführungen finden noch bis zum 31. Dezember statt.
Ein ähnlicher Unfall ereignete sich 2003 in Las Vegas, als Roy Horn ("Siegfried und Roy") während einer Tigershow einen Schlaganfall erlitt. Hier packte das Tier den Dompteur am Nacken und versuchte, ihn von der Bühne zu schleifen. Dabei verletzte es Horn lebensgefährlich. (dk)
Links zum Thema:
» Dinner-Zirkus
» Artikel in der "Welt"














