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- 15. Dezember 2009 2 Min.
Der Heilige Stuhl verurteile alle Formen von Gewalt und Diskriminierung gegenüber Schwulen und Lesben, erklärte der Vertreter des Vatikans bei den Vereinten Nationen in einer Stellungnahme.
Wie "Radio Vatikan" berichtet, verurteile der Kirchenstaat insbesondere Menschenrechtsverletzungen wie Folter und Exekutionen von Homosexuellen, wie sie in einigen Ländern gang und gäbe sei. "Mord und Misshandlung von homosexuellen Menschen müssen auf allen Ebenen bekämpft werden, speziell wenn die Gewalt vom Staate ausgeht", erklärte der vatikanische UN-Repräsentant Philip J. Bené. "Die Ansichten des Heiligen Stuhles über die Konzepte der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität sind bekannt, aber wir rufen alle Staaten und Personen auf, die Rechte von allen Menschen zu respektieren und deren angeborene Würde zu schützen."
Die Stellungnahme wurde bei einer Podiumssitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen anläßlich des Tages der Menschenrechte eingebracht. Indirekt ging der Vatikan damit auch auf die geplante Todesstrafe für Schwule in Uganda ein, die von anderen Vertretern während der Debatte mehrfach erwähnt wurde. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bezeichnet die Stellungnahme als bahnbrechend, auch wenn der Vatikan sich inhaltlich mehrfach ähnlich geäussert habe.
Politisch bekämpft der Vatikan stets die Gleichbehandlung von Homosexuellen, etwa im Eherecht. Im derzeit gültigen Katechismus der Katholischen Kirche aus dem Jahre 1992 wird festgehalten, dass Schwule und Lesben "gegen das natürliche Gesetz" verstießen: "Homosexuelle Handlungen" seien "in keinem Fall zu billigen", heißt es weiter. Allerdings könnten Homosexuelle manchmal ihre Veranlagung nicht wählen. Daher müsse ihnen mit "Achtung, Mitleid und Takt" begegnet werden.
"Schwule kommen nicht in den Himmel"
Die Repräsentanten des Vatikans gehen allerdings selbst häufig verbal gegen Schwule und Lesben vor. Erst vor zwei Wochen erklärte etwa Kardinal Javier Lozano Barragán, dass Schwule und Lesben "niemals" in den Himmel kämen (queer.de berichtete).
Immer wieder bringt die Kirche auch Homosexuelle mit Kinderschändern in Verbindung: So erklärte Erzbischof Silvano Tomasi im Oktober, dass Schwule an den Pädo-Skandalen der katholischen Kirche schuld seien (queer.de berichtete).
Dagegen seien Eingetragene Partnerschaften, in denen sich Schwule und Lesben Treue schwören, nach Ansicht von Fuldas Bischof Heinz Josef Algermissen "abartig" (queer.de berichtete).
Auch Papst Benedikt XVI teilt gerne aus: bei seinem Jahresrückblick 2008 erklärte er, dass Menschen mit gleichgeschlechtlichen Beziehungen "Gottes Werk" vernichten würden (queer.de berichtete). In einer niederländischen TV-Show wurde der Papst wegen Aussagen wie dieser der Diskriminierung von Homosexuellen für schuldig befunden (queer.de berichtete). (dk)














