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- 20. Dezember 2009 2 Min.
Viele finden es eklig, manchen gibt Sex unter Einsatz von Urin jedoch erst den richtigen Kick: Sind schwule Wasserspielchen eigentlich safe?
Wet Sex, Wet Games, Wassersport, Natursekt, Golden Shower, NS-Spiele, Urophilie – all das sind Bezeichnungen für ein und dasselbe: Sex unter Einsatz von Urin.
In manchen Darkrooms und Saunen finden sich Ecken, die geeignet sind für das Ausleben dieses Fetischs. Gekachelte Fliesen, offene Toilettenanlagen oder auch Badewannen, in die sich jemand, der sich anpinkeln lassen möchte, hineinlegen kann. NS-Spiele sind eine Form von Dominanz- und Unterwerfungsrollen, da das Anpinkeln eines anderen in der Regel als demütigende Handlung interpretiert wird. Andere wiederum mögen den Geruch, das Rumsauen, das vermeintlich Dreckige.
Urin wurde lange Zeit als Desinfektionsmittel genutzt
Erstaunlicherweise wurde bis ins 20. Jahrhundert hinein Urin als Reinigungsmittel eingesetzt. Gerade dann, wenn es bereits längere Zeit vor sich hingefault hatte und besonders übel roch. Bei den Römern gab es eine eigene Urinsteuer – aber Geld stinkt ja bekanntlich nicht: "pecunia non olet"; daher stammt dieser Spruch. Auch die Gerber brauchten Urin zur Behandlung von Wolle. Und die Medizin nutzte es als Wunddesinfektionsmittel.
Urin ist beinahe steril, wenn es aus dem Schwanz auf den Körper oder in den Mund des anderen trifft. Deshalb gehen von ihm kaum gesundheitliche Gefahren aus. Eine Ansteckung mit HIV ist nicht möglich, allerdings kann Hepatitis A übertragen werden. Aber dagegen sollte sich jeder sexuell aktive Schwule sowieso durch eine Impfung schützen lassen. Ebenso gegen Hepatitis B. Schwule Männer zählen zu den so genannten Betroffenengruppen bei dieser sexuell übertragbaren Krankheit. Deshalb zahlen die Krankenkasse auch die Vorsorge.
Achtung: Pinkeln in den Po ist nicht safe
Mögliche Spielarten beim Wassersport: Gegenseitiges An-Urinieren, Pinkeln in den Körper des anderen beim Analverkehr (nicht safe!), den eigenen oder den Urin des anderen trinken, Urinieren in die Kleidung, in der Öffentlichkeit oder auf Gegenstände.
Wer Wasserspiele mag, sollte Vorkehrungen bezüglich der richtigen Location treffen. Der voll gepinkelte heimische Teppich oder die uringetränkte Matratze eignen sich danach nicht mehr recht für einen alltäglichen Gebrauch. Gekachelte Räume mit einem Abfluss im Boden sind da allemal besser. Wer dem goldenen Schauer noch eine besondere Geschmacksnote verleihen will, der kann das Steuern mit dem, was er vorher isst. Ananas sorgt für ein fruchtiges Aroma, Spargel dagegen für einen recht strengen Duft. Um die Fontänen besonders lang anhaltend und intensiv zu gestalten, werden vorab gerne große Mengen an Bier konsumiert. Die Brauerei Becks wird es vielleicht nicht gerne hören: Aber dieses Pils ist in Kreisen der NS-Fetischisten besonders beliebt.















Ein Grund, weshalb man inzwischen vermehrt statt von "Natursekt" von "Recyclebier" spricht.