Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?11558
  • 21. Dezember 2009 46 2 Min.

Der walisische Nationalspieler Gareth Thomas hat in einem Zeitungsinterview erstmals über seine Homosexualität gesprochen – und ist damit der einzige noch aktive offen schwule Sportler im professionellen Rugby.

"Ich war wie eine tickende Zeitbombe. Ich dachte, ich kann es unterdrücken und verdrängen, aber das hat nicht funktioniert", erklärte der 35-Jährige gegenüber dem Boulevardblatt "Daily Mail". "Ich bin, wer ich bin. Ich kann das nicht länger ignorieren."

Thomas war von 2002 bis 2006 mit seiner Jugendfreundin Jemma verheiratet. Die Ehe sei geschieden worden, nachdem er seiner Frau von seiner Homosexualität erzählt hatte, erklärte Thomas. Während der Ehe hat Jemma drei Fehlgeburten erlitten.

Die Hochzeit sei ein Versuch gewesen, seine Homosexualität zu verstecken, so Thomas. Nachdem die Ehe gescheitert war, vertraute er sich seinem Trainer und zwei Mitspielern an. Ihre Reaktionen hätten ihm Mut gegeben: "Sie haben nur erklärt: 'Das stört uns nicht. Warum hast du uns nichts früher gesagt?".

Mit seinem Schritt will Thomas auch anderen Schwulen Mut machen: "Ich bin hier nicht auf einem Kreuzzug, ich bin einfach stolz auf mich. Ich denke, ich habe im Rugby-Sport alles erreicht, was möglich war. Und ich habe das als Schwuler erreicht. Ich möchte anderen homosexuellen Menschen zeigen, dass sie es auch schaffen können."

Thomas gehört zu den besten Rugby-Spielern der Welt. Er war Kapitän der walisischen Nationalmannschaft und steht in der ewigen Welt-Rangliste der Spieler, die die meisten Punkte bei Länderspielen erreicht haben, auf dem neunten Platz. Er ist der erste aktive Rugby-Spieler, der offen über seine Homosexualität spricht.

Bislang sind Coming-outs unter Profis von Mannschaftssportarten sehr selten, da die Spieler negative Auswirkungen auf ihre Karriere befürchten. So outete sich als einziger aktive Fußballer in Europa der Brite Justin Fashanu im Jahre 1990. Einst als Hoffnungsträger gefeiert, beendete das Coming-out praktisch seine Karriere. 1998 verübte er unter mysteriösen Umständen Selbstmord. (dk)

#1 AndiAnonym
#2 Good ol friendAnonym
  • 21.12.2009, 12:46h
  • "Ich bin, wer ich bin. Ich kann das nicht länger ignorieren."

    Und das im Alter von 35 Jahren! Was für eine perverse Gesellschaft, die Menschen so etwas antut!

    Oder sind es zu einem beträchtlichen Teil wir selbst, die uns - und damit vielen anderen (jüngeren) - das antun?

    Dass wir uns nicht falsch verstehen: Keine Kritik an Gareth Thomas - sein Schritt als Einzelner ist mutig und wichtig - sondern an den gesellschaftlichen Umständen, die ihn erst jetzt - als einzigen (!) in seinem Profi-Sport - diesen Schritt haben wagen lassen.

    Wer da von "viel erreicht" und "nah an der Gleichberechtigung" faselt, hat etwas grundlegend falsch verstanden! Solche erschreckenden Realitäten belegen, dass wir immer noch Lichtjahre entfernt sind von einer auch nur ansatzweisen Gleichberechtigung.
  • Direktlink »
#3 LorenEhemaliges Profil
  • 21.12.2009, 12:52h
  • Da fällt mir nur ein Wort ein: Respekt!
    Ansonsten schließe ich mich #2 an.
  • Direktlink »