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- 21. Dezember 2009 2 Min.
47 Prozent der Amerikaner denken, dass sich Schwule und Lesben aus freiem Willen für ein homosexuelles Leben entscheiden – eine knappe Mehrheit spricht sich auch gegen die Homo-Ehe aus.
Nur 34 Prozent glauben dagegen, Homosexualität sei angeboren. Rund ein Fünftel weiß auf die Frage keine Antwort. Das ist das Ergebnis einer Befragung von 1.001 Amerikanern durch das Meinungsforschungsinstituts Angus Reid. Besonders Kirchen in Amerika beharren darauf, dass Homosexualität eine "frei Wahl" sei. Deshalb dürften Schwule und Lesben keine "Sonderrechte" wie Eingetragene Partnerschaften erhalten, weil sie ebenso gut heterosexuell heiraten könnten.
Die Umfrage zeigt auch eine gespaltene Gesellschaft bei der Frage der Homo-Ehe auf: 43 Prozent sprechen sich für die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule aus, während 46 Prozent das ablehnen. Damit stehen die US-Amerikaner der Homo-Ehe genauso kritisch gegenüber wie EU-Bürger. Einer Umfrage der Europäischen Union zufolge lehnt eine knappe Mehrheit auch hierzulande die Gleichberechtigung in der Ehe-Frage ab (queer.de berichtete). In Europa ist die Ablehnung unter Osteuropäern besonders hoch, während in den USA vor allem ein Stadt-Land-Gefälle zu verzeichnen ist.
Heterosexuelle Eheleute oder Geschiedene gegen Homo-Ehe
Heterosexuelle, die selbst eine Ehe eingegangen sind, wollen Schwulen und Lesben dieses Recht am ehesten verweigern: So unterstützen nur 34 Prozent der Verheirateten oder getrennt Lebenden die Ehe-Öffnung. Unter Geschiedenen liegt die Zustimmung bei nur 38 Prozent. Dagegen unterstützen 65 Prozent der Bürger in "wilder Ehe" die Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben in dieser Frage; unter nie Verheirateten würden immer noch 56 Prozent die Ehe-Öffnung befürworten.
Mehrheit für Eingetragene Partnerschaften
Eine Mehrheit der Amerikanier spricht sich jedoch für Eingetragene Partnerschaften mit gleichen Rechten und Pflichten aus: 53 Prozent befüworten "Civil Union", 37 Prozent lehnen diese ab.
In den USA ist die öffentliche Meinung für Schwule und Lesben entscheidend, da dort Gesetzesinitiativen zur Ehe-Öffnung oder zur Einführung von Eingetragenen Partnerschaften oft regional über Volkentscheide abgesegnet werden müssen. Homo-Aktivisten haben zuletzt im Bundesstaat Maine eine Niederlage erlitten: Dort lehnte eine knappe Mehrheit die Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht ab (queer.de berichtete).
Derzeit haben fünf der 50 US-Bundesstaaten die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet. Kalifornien hat im vergangenen Jahr dagegen nur für wenige Monate die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt, bevor sie nach einem Volksentscheid wieder verboten wurde. Neun Staaten bieten Eingetragene Partnerschaften an, die teilweise weniger Rechte beinhalten als die (heterosexuelle) Ehe. (dk)















Gute Wahl!!!