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- 22. Dezember 2009 2 Min.
Schwule und lesbische Paare dürfen künftig in Mexiko-Stadt den Bund fürs Leben schließen. Das Stadtparlament optierte auch für ein Adoptionsrecht.
Mit einer knappen Mehrheit entschieden sich die Abgeordneten für die erste echte Ehe für Schwule und Lesben in Lateinamerika. 39 Abgeordnete stimmten für die Zulassung der Heirat von homosexuellen Paaren, 20 waren dagegen und fünf Abgeordnete enthielten sich ihrer Stimme.
In dem die Neuregelung betreffenden Hauptstadt-Bezirk leben 8,8 Millionen Menschen, die Metropolenregion kommt insgesamt auf über 21 Millionen Einwohner.
Kritik von Kirchen und Konservativen
Mit dem Beschluss soll die Passage des Zivilgesetzes (Mexiko-Stadt hat keine Verfassung), die eine Ehe als Verbindung von Mann und Frau bezeichnet, abgeändert werden. Laut Gesetzestext wird die Ehe zu einer "freien Einheit von zwei Menschen". Neben dem Beschluss zur Zulassung der Homo-Ehe entschied das Parlament, dass gleichgeschlechtliche Paare künftig auch Kinder adoptieren können. In lokalen Medien wird erwartet, dass Bürgermeister Marcelo Ebrard Casaubon das Gesetz unterzeichnen wird.
Proteste gegen die Öffnung der Ehe hatte es von konservativen Parteien und der Kirche gegeben. Norberto Rivera, der Erzbischof von Mexiko-Stadt, verurteilte die Homo-Ehe EPD zufolge als "unmoralisch" und "abwegig". Der in Mexiko populäre Kardinal sprach von einem "schweren Schlag" gegen die "Werte der Familie". Die christdemokratische Partei PAN, der auch Mexikos Präsident Felipe Calderón angehört, forderte den Bürgermeister auf, die Unterschrift zu verweigern, und kündigte eine Klage gegen die Gesetzesänderung an.
Lebenspartnerschaft in einigen Regionen möglich
Der Stadtrat von Mexiko-Stadt wird von einer Mehrheit an Abgeordneten der Partei der demokratischen Revolution dominiert, die Abgeordneten stimmten in der Vergangenheit unter anderem für die Legalisierung von Abtreibungen. Bereits seit 2007 konnten Schwule und Lesben in Mexiko-Stadt eine Eingetragene Partnerschaft mit begrenzten Rechten eingehen.
Eine solche Homo-Ehe Light gibt es auch in einigen weiteren Regionen Latein-Amerikas, etwa in einigen Städten Mexikos, Argentiniens, Ecuadors und Kolumbiens. Fast wäre Argentinien Mexiko mit der ersten Ehe-Öffnung für Homo-Paare zuvor gekommen: ein Verwaltungsrichter hatte es einem schwulen Paar in der Hauptstdadt Buenos Aires erlaubt, auf dem Standesamt eine "normale" Ehe einzugehen. Diese wurde jedoch in letzter Sekunde von einer anderen Richterin zurückgenommen, nun wird das höchste Gericht des Landes entscheiden. (queer.de berichtete). (nb)















Wieso geht dort, was hier angeblich nicht geht?
Auch dies ist ein weiterer Erfolg und ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Ziel. Wir haben zwar noch einen langen Weg vor uns und niemand hat gesagt, dass es einfach wird, aber wenn man etwas haben will, muss man dafür kämpfen.