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- 29. Dezember 2009 2 Min.
Die schwulenfeindliche Westboro Baptist Church hat angekündigt, vor Konzerten der Sängerin Lady Gaga zu protestieren.
Die Baptisten-Kirche aus Topeka (Kansas) gehört zu den radikalsten religiösen Vereinigungen in den Vereinigten Staaten und ist vor allem durch ihre "Gott hasst Schwuchteln"-Kampagne berüchtigt. In einer Pressemitteilung erklärte die christliche Organisation, dass jeder in die Hölle kommen würde, der auf die homofreundlichen Texte der 23-jährigen Künstlerin hört.
"'Kunst' und ‚Mode' sind beschönigende Worte, um zu verschleiern, dass die stolze Hure Lady Gaga die Rebellion gegen Gott lehrt", heißt es in der Pressemitteilung. Kirchensprecherin Shirley Phelps-Roper erklärte: "Laut Bibel ist Homosexualität etwas Abscheuliches. Sie muss ihr schmutziges Mundwerk schließen und aufhören, für diese Sache Werbung zu machen." Erstmals will die Gruppe am 7. Januar bei einem Konzert in St. Louis (Missouri) demonstrieren.
Die 1955 vom Pfarrer Fred Phelps gegründete Westboro Baptist Church hat in den vergangenen Jahren bereits mehrfach gegen Homosexualität protestiert, etwa auf Beerdigungen von Schwulen. So gab es etwa eine Protestaktion bei einer Gedenkfeier für den (heterosexuellen) Schauspieler Heath Ledger, weil er im Film "Brokeback Mountain" einen schwulen Cowboy dargestellt hatte (queer.de berichtete). Großbritannien hat gegen Mitglieder der Kirche bereits ein Einreiseverbot erlassen, weil sie dem religiösen Extremismus zuzurechnen seien (queer.de berichtete).
Lady Gaga schaffte mit den Songs "Poker Face" und "Paparazzi" auf Platz eins der deutschen und vieler internationaler Charts. Vor einem halben Jahr erklärte die Amerikanerin, sie sei bisexuell (queer.de berichtete). Zudem setzte sie sich auf Demonstrationen für die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben ein (queer.de berichtete). (dk)














