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  • 30. Dezember 2009 9 2 Min.

Das in NRW laufende Projekt "Beratung und Test" wurde von der Initiative "Deutschland – Land der Ideen" und der Deutschen Bank ausgezeichnet.

Von Guido Schlimbach

Am 29. Dezember wurde die AIDS-Hilfe NRW mit dem Projekt "Beratung und Test (BuT)" im Rahmen des bundesweiten Innovationswettbewerbs "365 Orte im Land der Ideen" als "Ausgewählter Ort im Land der Ideen" ausgezeichnet. Im Dortmunder Pudelwohl-Gesundheitsladen konnte Klaus-Peter Schäfer, stellvertretender Landesvorsitzender der AIDS-Hilfe NRW, den Preis aus der Hand von Patrick Federau, Leiter des Investment und Finanzcenters der Deutschen Bank in Köln, entgegennehmen. Pudelwohl, in Trägerschaft der AIDS-Hilfe Dortmund und des Kommunikationscentrums Ruhr, gehört zu den lokalen Standorten, die das landesweite BuT-Projekt umsetzen.

Der Wettbewerb "365 Orte im Land der Ideen" rückt kreative Ideen, zukunftsfähige Erfindungen und mutige Konzepte ins Rampenlicht der Öffentlichkeit. Ziel ist es, die innovative Kraft und Zukunftsfähigkeit Deutschlands vorzustellen. An jedem Tag des Jahres wird ein Projekt geehrt und damit der Öffentlichkeit vorgestellt. Neben Projekten aus Wirtschaft und Forschung werden dabei gleichermaßen soziale Projekte berücksichtigt.

Rainer Martin Hinkers, Vorstandsmitglied der AIDS-Hilfe NRW hob hervor, dass das landesweite BuT-Projekt einen neuen Schwerpunkt in der HIV-Präventionsarbeit in Nordrhein-Westfalen setzen konnte. So erhielten insbesondere schwule und bisexuelle Männer einen einfacheren Zugang zu Beratungsgesprächen über das HIV-Infektionsrisiko und zum HIV-Test. Frank Przybilla vom Vorstand der AIDS-Hilfe Dortmund stellte die weiteren Angebote des Pudelwohl-Gesundheitsladens vor, neben "BuT" Beratungs- und Untersuchungsangebote zu sexuell übertragbaren Infektionen wie die HIV-Präventionsarbeit vor Ort in der Dortmunder Szene.

Die Publikation "365 Orte – Eine Reise zu den besten Ideen Deutschlands" stellt das Projekt unter dem Titel "Quick Check. Deutschlands schnellster HIV-Test plus umfassender Beratung" vor. "BuT" bildet im Rahmen der Kampagne "Herzenslust" einen neuen Schwerpunkt der landesweiten Präventionsarbeit bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM). Das Projekt verbindet die Beratung zur Entwicklung persönlicher Schutzstrategien vor HIV mit dem Angebot eines HIV-Schnelltests. Der HIV-Schnelltest kann das Blut schneller als üblich schon in ca. 15 Minuten auf Antikörper gegen das HIV untersuchen. Somit entfallen die üblichen Wartezeiten, die bei den von Gesundheitsämtern angebotenen HIV-Testverfahren sieben bis zehn Tage dauern.

-w-

#1 PR-ExperteAnonym
  • 30.12.2009, 11:42h
  • Gute Milliardäre

    Aber die Mediengesellschaft will inzwischen durchaus mehr über die Superreichen wissen. Und einige von denen gefallen sich denn auch – und sogar mit einigem Recht – in der Rolle des guten Milliardärs...

    Dieser Art von Propaganda für die Segnungen der Plutokratie dienen auch bei uns Blätter wie "Gala"...

    Und auch die Mainstream-Presse bekleckert sich hier mit Ruhm. So gab es 2007 einen Spiegel-Titel mit der Überschrift "Die Retter der Welt. Der Feldzug der Reichen gegen Armut, Aids und Klimawandel". Das Bild zeigte Superreiche und einige ihrer Domestiken - Bill Clinton, Bill Gates, Warren Buffet, Angelina Jolie, Richard Branson – wie sie als Superhelden den Erdball umkreisen. Das Magazin Newsweek stieß im April 2008 ins selbe Horn. Das Titelblatt verkündete: "Die Superklasse in Aktion. Wie eine neue globale Elite die Kreditkrise bekämpft und unsere Welt umformt".

    www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31762/1.html

    **********************

    Was für eine wohltätige Welt!!!
  • Direktlink »
#2 Liedel
  • 30.12.2009, 14:57h
  • "Der HIV-Schnelltest kann das Blut schneller als üblich schon in ca. 15 Minuten auf Antikörper gegen das HIV untersuchen."

    Aha. Und dann???

    Bei meinem Berliner Gesundheitsamt sagen die immer (noch), dass Schnelltests unzuverlässig seien und man vorher genau überprüfen muss, was für eine Art Beratung stattfindet!
    Eben weil ein mögliches positives Testergebnis häufig nicht so einfach "weggesteckt" werden kann...
    Sorry, muss sein, aber ich lasse mich lieber von (medizinischem) Fachpersonal als von irgendwelchen Szeneleuten beraten.

    Sorry, wieder einmal ein Punkt, wo ich gern altmodisch bin. Weils chic ist und sich irgendwelche Leute damit profilieren können, lasse ich mich sicher nicht in irgendwelchen "Centers" oder mobilen Stationen in Szeneläden testen. Zum Test gehört eine kompetente Beratung , verlässliche Anonymisierung und auf keinen Fall irgendeine elektronische Erfassung des Ergebnisses oder des Vorgesprächs!

    Dass die Deutsche Bank sowas auszeichnet, wundert nicht. Braucht nicht die notleidende Pharmaindustrie in Krisenzeiten dringend neue Kundschaft? Mit HIV- Medikamenten verdient man dort bekanntlich gut. Man muss schon sehr blind sein, nicht zu bemerken, dass Vieles im Bereich HIV/Aids besonders in der Szene mittlerweile mit "Sponsoring" von Pharmakonzernen einhergeht. Die großen, bunten Anzeigen, die gerade jungen Menschen sinngemäß vorgaukeln: "HIV- da gibts doch was von Ratopharm", waren nur der leidige Anfang.
    Diese Unternehmen tun etwas, was weder gut noch schlecht ist , sondern einfach "in ihrer Natur liegt": Geschäftsfelder erschließen, Gewinne maximieren. Die Frage ist wie immer, wenn der Kommerz mal wieder in unsere Welt eindringt: schwimmen wir wie tote Fische mit dem Strom oder behalten wir ein kritisches Auge, was uns langfristig unsere Rechte, wozu auch immer mehr der Schutz von Daten und Privatsphäre gehört, sichert?

    Liebe Aids- Hilfe NRW (und überhaupt alle Aidshilfen und- projekte). Bleibt "am Menschen" bzw. "an den Betroffenen". Und selbst wenn der schnöde Mammon mit seinen Versuchungen lockt (und für nichts anderes steht die Deutsche Bank als Mitverursacher der größten Wirtschaftskrise seit dem Bestehen der EU), widersteht und überlegt mal, warum ihr euch mal gegründet habt und immer noch da seid... schaut hin, von wem ihr euch hofieren lasst und von wem nicht.
    Leider habt ihr vermutlich nicht die Courage eines Reich- Ranicki, einen solchen fragwürdigen Preis abzulehnen oder wenigstens zu kritisieren.

    Frei nach Goethe: Sage mir mit wem du gehst, und ich sage dir, wer du bist...

    In diesem Sinne: gesegnete Unruhe für 2010!

    (Ohje war das jetzt pastoral)
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#3 MIZAnonym
  • 30.12.2009, 16:13h
  • Ähm..., lieber Pittiplatschi, ich würde mich vorher erst genauer informieren, bevor ich meinen Senf so öffentlich vortrage.
    Bei dem von der AIDS-Hilfe NRW initiierten Projekt "Beratung und Test" nimmt nicht irgendwer Blut ab und führt den Test durch. Das macht auch da ein Arzt! Bei einigen örtlichen Projekten sogar ein Arzt des dortigen Gesundheitsamtes. Beim Projekt in Dortmund, das gestern Ort der Preisverleihung war, ist es ein niedergelassener HIV-Schwerpunktarzt. Tu also bitte nicht so, als wenn dort keine qualifizierte Testung stattfinden würde!

    Mag ja sein, dass Du lieber in ein Gesundheitsamt gehst und dort einem heterosexuellen Arzt von Deinem Sexleben problemlos erzählst, andere Schwule machen genau das eben nicht so gerne. Das ist dann der Grund, warum sie keine Test-Angebote aufsuchen. Gerade an diese Gruppe richtet sich das Angebot "Beratung und Test" der AIDS-Hilfe NRW: Testung in schwulen Lebenszusammenhängen und nicht vor einem Hetero-Typ, der Dich schräg anguckt.
    In Dortmund konnte die Anzahl der jährlichen Testungen seit der Einführung des Angebotes verdreifacht (!) werden. Das ist insbesondere für die Männer gut, die durch eine frühzeitig erkannte Infektion optimale Therapieoptionen gewinnen. Oder anders gesagt: es erpart ihnen schwerste Erkrankungen und sichert u.U. ihr Überleben.
    Lieber Pitschiplatschi, kannst Du mir verraten, was daran schlecht sein soll?
    Wenn ein solches Projekt eine öffentliche Anerkennung erfährt, dann ist das gut! Vor 20 Jahren hätten wir Schwulen nur davon träumen können, dass eines unserer Projekte eine solche Würdigung erhält.
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