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  • 04. Januar 2010 40 2 Min.

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) hat dem ostafrikanischen Uganda damit gedroht, die Entwicklungshilfe zu kürzen, wenn das Land den Verfolgungsdruck auf Homosexuelle erhöht.

Der frühere liberale Generalsekretär erklärte in einem Gespräch mit der Deutschen Presseagentur, dass ärmere Länder die Menschenrechte achten und "gutes Regierungshandeln" beweisen müssten. "Wenn jetzt ein Land wie Uganda eine ohnehin schon bestehende schlechte Vorschrift nochmals verschärft, können wir nicht tatenlos zusehen", erklärte Niebel. Er kündigte an, aus diesem Grund den ugandischen Botschafter im Januar einbestellen zu wollen.

Das ugandische Parlament wollte ursprünglich die Todesstrafe für "schwere Homosexualität" einführen, ist jetzt aber offenbar von diesem Vorhaben abgerückt (queer.de berichtete). Dennoch sollen Schwule künftig mit lebenslanger Haft bedroht werden; bislang betrug die Maximalstrafe 14 Jahre. Auch die "Propagierung von Homosexualität" soll mit mehrjährigen Haftstrafen geahndet werden. Aids-Aktivisten fürchten daher, nach der Verabschiedung verfolgt zu werden.

"Wir gehen davon aus, dass sich die ugandische Regierung von dieser Regelung distanziert", erklärte Niebel. Sonst müsse über Kürzungen nachgedacht werden. Seit 2007 hat Uganda von Deutschland Zusagen für mehr als 75 Millionen Euro erhalten.

Im Dezember hatte bereits das Europaparlament gefordert, dass die Entwicklungshilfe für Uganda eingeschränkt werden solle, falls das verschärfte Homo-Verbot Gesetzeskraft erlangt (queer.de berichtete).

Bereits im Wahlkampf im vergangenen Jahr hatte Niebels Parteichef Guido Westerwelle gefordert, homophoben Staaten die Entwicklungshilfe zu streichen (queer.de berichtete). Das wurde von der damaligen Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) abgelehnt. Sie argumentierte, dass reiche Staaten Menschen in diesen Ländern nur helfen könne, wenn sie in diesem Land entwicklungspolitisch aktiv seien (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 DaDeAnonym
  • 04.01.2010, 13:06h
  • Irgendwie tu ich mich bei dem Thema schwer. Auf der einen Seite verstehe ich die Argumentation von Niebel, Westerwelle und Co., aber auf der anderen erkenne ich auch einen Sinn in der Argumentation von Wieczorek-Zeul und Co.

    Mein Rachegefühl sagt mir "Gut so", aber die die wirklich nichts dafür können werden darunter leiden, die Schwulen dann doppelt....
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#2 High FiveAnonym
  • 04.01.2010, 13:15h
  • Man sollte nicht nur Uganda die Entwicklungshilfe streichen! Mir fallen da noch China, Ruanda, Iran, Nordkorea und Simbabwe ein!
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#3 XDAAnonym
  • 04.01.2010, 13:55h
  • Antwort auf #2 von High Five
  • Ich bin auch für die absolute Streichung von Entwicklungshilfe in Ländern, in denen auch die Menschenrechte nicht einmal minimal geschützt sind.

    Und warum wir China überhaupt Entwicklungshilfe geben, frage ich mich eh.

    Hoffentlich geht die EU einen gemeinsamen Schritt und streicht komplett für solche unmenschlichen Staaten.

    @ 1 DaDe: Die Entwicklungshilfe würde eh nicht den Schwulen, die letztendlich dann kriminalisiert sind, zu Gute kommen, sondern trägt zu einem großen Teil eh nur der Förderung der Regierenden bei. Da muss ich u.a. auch Gloria recht geben, was mit den ganzen Milliarden, die nach Afrika gepumpt worden sind, passiert ist. Man ist immer noch auf dem Stand wie vor 20 Jahren, wenn nicht sogar noch schlimmer
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