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https://queer.de/?11601
  • 06. Januar 2010 16 2 Min.

Der SSC Neapel droht seinem Mittelfeldspieler Jesús Alberto Dátolo mit Sanktionen, weil er sich für ein Homo-Magazin hat ablichten lassen.

Die monatlich erscheinende Zeitschrift "Romeo Mag" hat in ihrer Januar-Ausgabe einen Bericht über das Mitglied der argentinischen Nationalmannschaft verfasst und dazu fünf Bilder veröffentlicht. Auf zwei von ihnen ist ein nur mit einer Unterhose bekleideter Dátolo in lässiger Pose zu sehen. Der Spieler erklärte, er möchte neben seiner Fußballkarriere zukünftig auch als Model arbeiten, wie "Momento24" berichtet.

Neapels Vereinspräsident Aurelio De Laurentiis sagte, dass er die Bilder zwar nicht für verwerflich halte, der Spieler aber trotzdem vereinsintern bestraft werden würde. Dátolo habe das Erscheinungsbild des Vereins damit beschädigt, so De Laurentiis. Er habe nun ein Gespräch mit Dátolo angesetzt, in dem der Spieler sein Verhalten erklären solle.

In Italien haben in den letzten Jahren prominente Fußballer immer wieder Homosexualität negativ kommentiert. So erklärte Marcello Lippi, der Trainer der italienischen Nationalmannschaft, dass Schwule im Profifußball Probleme auslösen würden. Die Homo-Gruppe Arcigay warf dem Weltmeister-Coach daraufhin vor, die Homophobie in Italien zu schüren (queer.de berichtete). Auch Lippis Mannen machen mit öffentlichen Äußerungen klar, dass sie nicht viel von Schwulen halten: Nationalspieler Nicola Legrottaglie erklärte in seiner Biografie, dass Homosexualität eine "Sünde" sei (queer.de berichtete). Sein Teamkollege Gennaro Gattuso sprach sich gegen die Homo-Ehe aus und begründete das mit seiner Religion (queer.de berichtete).

Gegenwärtig gibt es keinen einzigen aktiven Profifußballer, der sich zu seiner Homosexualität bekennt. Als einziger hatte 1990 Justin Fashanu diesen Schritt gewagt, musste aber teuer dafür bezahlen: Seine Karriere war damit praktisch beendet; 1998 verübte er unter mysteriösen Umständen Selbstmord. (dk)

Galerie:
Jesús Alberto Dátolo
5 Bilder

#1 eMANcipationAnonym
  • 06.01.2010, 13:12h
  • "Als einziger hatte 1990 Justin Fashanu diesen Schritt gewagt, musste aber teuer dafür bezahlen: Seine Karriere war damit praktisch beendet; 1998 verübte er unter mysteriösen Umständen Selbstmord."

    Aha, und das sowie alle anderen zitierten Akte der Unterdrückung und Diffamierung von Homosexualität im obigen Artikel oder die jüngsten Ausführungen von DFB-Präsident Zwanziger sind natürlich der beste Grund dafür, dass es auch weiterhin keine "geouteten" Fußball-Profis geben darf / soll?

    Ich denke nicht!!!

    Nein, ganz und gar nicht!!!
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#2 LorenEhemaliges Profil
  • 06.01.2010, 13:34h
  • Die italienische Schwulenbewegung und auch die
    Zeitschrift "Romeo Mag" sollten diese Gelegenheit
    nicht ungenutzt verstreichen lassen und sowohl
    dem Vereinspräsidenten als auch den homophoben
    Fußball-Funktionären wie -Fans dort mal kräftig
    einheizen. Es ist an der Zeit, der Homophobie im
    Fußball offensiv zu begegnen, auch und gerade in
    Italien (aber auch in Deutschland wie in anderen
    Staaten). Was Italien angeht, sei auch an die fort-
    dauernden rassistischen Angriffe der Zuschauer auf
    den schwarzen U21-Nationalspieler Mario Balotelli
    erinnert, die nicht weniger widerwärtig sind wie
    dieser Versuch, wegen der Fotos in einem Schwu-
    lenmagazin einen Zusammenhang zwischen Homosexualität und vereinsschädigendem Verhalten
    zu konstruieren. Das sollte der Präsident des SSC
    Neapel mal erklären - z.B. in einem Interview mit
    "Romeo Mag".
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#3 daisyAnonym
  • 06.01.2010, 14:09h
  • U-Hose hätte wirklich nicht sein müssen.
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