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- 11. Januar 2010 2 Min.
Peter Robinson tritt vorläufig als nordirischer Regierungschef zurück – wegen einer Affäre seiner Frau Iris mit einem Teenager.
Der Präsident des nordirischen Regionalparlaments informierte am Montagmorgen die Öffentlichkeit über den Rückzug. Er sei "vorläufig", heißt es offiziell. Später war von einer Pause von drei Monaten die Rede. Vorangegangen ist eine Affäre von Robinson Ehefrau mit dem Kirk McCambley, die vor 18 Monaten begann. Der damals 19-Jährige soll auch finanziell von der Affäre profitiert haben: So hat Iris Robinson, die im britischen Unterhaus, im nordirischen Regionalparlament und im Stadtrat von Castlereagh Borough sitzt, ihrem Liebhaber geholfen, ein Café im Süden Belfasts zu eröffnen. Dabei soll die 60-Jährige parlamentarische Regeln missachtet haben und sich auch selbst bereichert haben. McCambley zahlte ihr als Dank für ihre Hilfe 5.000 Pfund (5.600 Euro). Ihr Mann steht im Verdacht, von den Vorgängen gewusst und geschwiegen zu haben.
Schwer wiegt insbesondere der Image-Verlust von Iris Robinson: Immerhin hat die stramm Konservative, die sich als "wiedergeborene Christin" bezeichnet, immer wieder gegen "unmoralische" Homosexualität Stellung bezogen. Dabei verglich sie auch Schwule mit Mördern (queer.de berichtete). Diese Aussagen machte sie auch noch während der Zeit, als sie ihren Mann mit dem 40 Jahre jüngeren Liebhaber betrog.
Iris Robinson aus eigener Partei ausgeschlossen
Inzwischen ist Robinson aus der Democratic Unionist Party (DUP) ausgeschlossen worden. Sie ließ zudem mitteilen, dass sie aus Verzweiflung bereits versucht habe, sich umzubringen. Gegenwärtige befinde sie sich in psychologischer Behandlung.
Zeitungen haben in den letzten Tagen auch Gerüchte über weitere Affären Robinsons verbreitet. So soll sie mit einem in den 80er Jahren Parteifreund eine Affäre gehabt haben, als ihr Mann in der Republik Irland im Gefängnis saß. Die DUP ist eine radikal-protestantische Partei, die sich gegen die Annäherung Nordirlands an den unabhängigen Süden wehrt.
Britische Homo-Magazine bemühen sich unterdessen, McCambley auf die Titelseite zu bringen. So erklärte "Attitude"-Chefredakteur Matthew Todd: "Kirk ist unglaublich heiß und wir hätten ihn gerne auf dem Cover der 'Attitude'. Wir wünschten, unsere Leser könnten das mit ihm machen, was Iris auch gemacht hat". Bisherige Kontaktversuche seien aber gescheitert, so Todd. McCambley hat sich bislang gegenüber den Medien nicht zur Affäre geäußert. (dk)














