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- 12. Januar 2010 2 Min.
Papst Benedikt XVI hat davor gewarnt, dass "bestimmte Staaten" in Europa und Amerika mit der Einführung der Homo-Ehe das Überleben der Menschen gefährdeten.
In einer Ansprache vor Diplomaten bekräftige das vatikanische Staatsoberhaupt, dass es gefährlich sei, die Unterschiede zwischen Mann und Frau zu ignorieren. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Alle Geschöpfe, auch Menschen, könnten "geschützt oder vom Aussterben bedroht" sein, so der Papst, der in der Rede über Umweltthemen sprechen sollte. Anders als für gefährdete Tiere sei insbesondere die Homo-Ehe eine Gefährdung für den Menschen: "Ein solcher Anschlag stammt von Gesetzen oder Entwürfen, die im Namen der Antidiskriminierung die biologische Grundlage der Unterschiedlichkeit der Geschlechter abbauen sollen", erklärte der 82-Jährige. Diese Attacken gingen von "bestimmten Staaten in Europa und in Nord- und Südamerika" aus.
"Freiheit kann nicht absolut sein", argumentierte Benedikt XVI – und sprach der Menschheit in dieser Frage die Selbstbestimmung ab: "Menschen können ihren Weg nicht nach Lust und Laune wählen, sondern müssen sich an die vom Schöpfer vorgegebene Struktur halten".
"Schwule vernichten Gottes Werk"
Der Papst hat sich wiederholt kritisch gegenüber Homosexuellen gezeigt und sich auch politisch gegen die Homo-Ehe engagiert. So organisierte die katholische Kirche erst Ende Dezember eine Massendemo gegen Abtreibung und Homo-Ehe in Madrid, zu der Benedikt XVI auf Großleinwänden zugeschaltet wurde (queer.de berichtete). Bereits in der Vergangenheit hat das Oberhaupt der größten christlichen Kirche wiederholt mit Umwelt-Argumenten Homosexuelle kritisiert. Vor zwei Jahren erklärte er, eine "Ökologie des Menschen" sei erforderlich. Alles, was dem entgegenstehe – auch Homosexualität – vernichte dagegen Gottes Werk (queer.de berichtete).
Zuletzt hatte das katholische Portugal als achtes Land weltweit die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht beschlossen (queer.de berichtete). Zudem bieten mit Mexiko und den USA zwei weitere Staaten die Homo-Ehe in Teilen des Landes an. In weiteren 18 Staaten – darunter auch Deutschland – dürfen sich gleichgeschlechtliche Paare verpartnern. Dagegen verbieten mehr als 70 Länder Homosexualität – in sieben Ländern gibt es sogar die Todesstrafe für Schwule. (dk)











