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- 20. Januar 2010 2 Min.
Scott Brown hat den Senatssitz des verstorbenen Ted Kennedy in einer knappen Wahl erobert - der fesche 50-Jährige hat in der Vergangenheit schon viel Haut gezeigt.
Zum ersten Mal seit 1972 konnte mit Brown ein Republikaner einen Senatssitz im linken Bundesstaat Massachusetts erobern. Er setzte sich mit 52 gegen 47 Prozent gegen die blasse Demokratin Martha Coakley durch. Zuvor war er ein weitgehend unbekannter Abgeordneter des in Boston ansässigen Parlaments von Massachusetts. So galt der ehemalige Soldat nur als das drittbekannteste Mitglied seiner Familie: Seine Frau ist eine beliebte Nachrichtensprecherin und seine Tochter war Kandidatin bei "American Idol", der amerikanischen Version von DSDS.
Doch Brown hat für einen Konservativen einen sehr interessanten Lebenswandel hinter sich: So wurde er im Alter von zwölf Jahren verhaftet, weil er Schallplatten geklaut hat. Anfang der 1980er hing er dann in vielen schwulen Spinden: Als 22-Jähriger wurde er vom Magazin "Cosmopolitan" zu "America's sexiest man" ausgerufen. In einem doppelseitigen Bild präsentierte er sich freizügig - lediglich seine Männlichkeit verdeckte er gekonnt. Dafür erheilt er vom Lifestyle-Magazin einen Scheck in Höhe von 1.000 Dollar.
Für Eingetragene Partnerschaften
Brown gehört zu den Republikanern, die sich in gesellschaftlichen Fragen eher liberal geben. So stimme er bei der Homo-Ehe "100-prozentig" mit dem demokratischen Präsidenten Barack Obama überein: Er lehnt die Ehe-Öffnung ab, befürwortet aber Eingetragene Partnerschaften. Im Gegensatz zu Obama ist er aber dagegen, das "Gesetz zur Verteidigung der Ehe" aus dem Jahr 1996 aufzuheben. Dieses besagt, dass die gleichgeschlechtliche Ehe, die auf Landesebene legalisiert wurde, nicht auf Bundesebene anerkannt wird.
Für die Demokraten und Präsident Barack Obama könnte der Sieg zu einer schweren Bürde werden - denn damit verlieren sie im Senat ihre Supermehrheit von 60 der 100 Stimmen. Gesetzentwürfe können so von der republikanischen Opposition blockiert werden. Streitthema ist insbesondere die von Obama angeschobene Gesundheitsreform, mit der die Zahl der nicht Krankenversicherten reduziert werden soll. Es ist allerdings nicht unmöglich, sich mit weniger Senatoren durchzusetzen. Immerhin verfügten die Republikaner während der Bush-Regierung nie über eine Supermehrheit. Der damalige Präsident konnte allerdings so gut wie alle seine Vorhaben umsetzen - eine Qualität, die Obama bislang noch fehlt. (dk)












