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- 26. Januar 2010 2 Min.
Ein italienisches Paar ist in den Hungerstreik getreten, um für eine Gleichbehandlung im Ehe-Recht zu kämpfen. Ihre Aktion wird live bei glbt-tv.it übertragen.
Der 39-jährige Francesco Zanardi und sein 22-jähriger Partner Manuel Incorvaia wollen damit darauf aufmerksam machen, dass Italien als letztes großes Land in Westeuropa die Beziehung von Homo-Paaren nicht anerkennt. "Das ist nicht meine erste Beziehung, aber ich fühle erstmals die Notwendigkeit, meinen Partner abzusichern", erklärte Zanardi nach Angaben von "GlobalPost".
Zanardi ist bereits seit dem 4. Januar im Hungerstreik. Über Facebook und andere soziale Netzwerke tauschen sie sich mit ihren Fans aus. So haben Anhänger vor wenigen Tagen eine Demonstration mit 200 Teilnehmern in Rom organisiert. Daran nahm auch die Ex-Abgeordnete Vladimir Luxuria teil, die als erste Transsexuelle 2006 einen Sitz im italienischen Parlament erobern konnte. Sie erklärte in einer Rede: "Es ist ein großes Glück, wenn man schwul ist und sich so verliebt wie Francesco und Manuel. Doch dann kommt die italienische Regierung und sagt: 'Ihr seid nicht mal entfernt miteinander verwandt und bekommt daher keine Rechte'".
Zanardi und Incorvaia sind eines von 23 Paaren, die für die Öffnung der Ehe geklagt haben. Sie argumentieren, dass die italienische Verfassung Gleichbehandlung garantiert. Noch ist aber unklar, wann sich das Oberste Verfassungsgericht mit diesem Fall beschäftigen wird.
Am Mittwoch wird das Paar erstmals von einem Gericht gehört. Allerdings ist Zanardi inzwischen sehr schwach: Der schlanke Mann ernährt sich täglich von drei Tassen Cappuccino und hat in den letzten rund drei Wochen bereits zehn Kilo verloren. "Ich werde nicht aufhören zu streiken. Wenn nötig, sterbe ich zu Hause", so Zanardi.
2007 hatte der damalige italienische Ministerpräsident Romano Prodi einen ersten Versuch unternommen, Eingetragene Partnerschaften einzuführen. Das führte aber zur Spaltung seiner Mitte-Links-Regierung. Anfang 2008 brach seine Koalition dann auseinander (queer.de berichtete). Die darauffolgende Mitte-Rechts-Koalition von Ministerpräsident Silvio Berlusconi lehnte daraufhin jegliche Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Beziehungen kategorisch ab. (dk)












Eher lassen uns die selbsternannten "heterosexuellen" Herrenmenschen verrecken, als jedem Menschen in dieser Gesellschaft endlich uneingeschränkt gleiche Rechte und ein Leben frei von heteronormativer Gewalt und Diskriminierung und Pathologisierung zu ermöglichen!
Das gilt auch hierzulande!