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- 28. Januar 2010 2 Min.
Die amerikanische Dating-Website eHarmony muss 500.000 Dollar (350.000 Euro) Entschädigung an Schwule zahlen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung keinen Partner auf der Plattform suchen durften.
Insgesamt hatten 150 Kalifornier gegen das in Pasadena ansässige Unternehmen geklagt. Die von einem evangelikalen Christen betriebene Internetfirma hat sich mit den Klägern außergerichtlich geeinigt. Teil der Vereinbarung ist, dass eHarmony kein Fehlverhalten eingesteht. Zusätzlich muss die Datingsite für die juristischen Scharmützel 1,5 Millionen Dollar (1,2 Millionen Euro) in Anwalts- und Gerichtskosten tragen. Ein Richter muss der Vereinbarung noch zustimmen; der Gerichtstermin ist für den 3. Februar vorgesehen.
eHarmony hatte stets argumentiert, dass die Seite das Ziel habe, Menschen in den Hafen der Ehe zu führen. Allerdings seien in den meisten Bundesstaaten gleichgeschlechtliche Ehen verboten. "Wir wollen daher nicht bei etwas mitwirken, das illegal ist", hatte das Portal im Vorfeld des Prozesses erklärt. Die Kläger beriefen sich statt dessen auf die kalifornische Verfassung, die besagt, das Schwule und Lesben gleich behandelt werden müssen.
eHarmony startet externe Datingsite für Lesben und Schwule
Bereits letztes Jahr hat eHarmony mit "Compatible Partners" eine Datingseite für Schwule und Lesben eingeführt. Die Seite geht zurück auf eine Klage des Generalstaatsanwalts von New Jersey, der ebenfalls die Diskriminierung von Schwulen und Lesben kritisierte. Wer jetzt auf eHarmony nach einem gleichgeschlechtlichen Partner sucht, wird automatisch auf die neue Seite umgeleitet.
Die private Website eHarmony wurde 2000 gegründet. Bislang hatte sie rund 20 Millionen Mitglieder und gilt damit als erfolgreichste Datingsite in den USA. Laut einer Untersuchung von Harris Interactive heiraten täglich 236 Heterosexuelle, die sich über eHarmony kennengelernt haben. Das macht rund zwei Prozent aller Ehen in den USA aus. (dk)














