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Kommentare zu:
Monogamie bei Schwulen nicht hoch im Kurs


#11 JensiProfil
  • 02.02.2010, 11:14hFrankfurt
  • Antwort auf #1 von eMANcipation
  • Es gibt auch viele Tierarten, Affenarten etc. die ihr Leben lang monogam leben:
    Eine Erfindung aus dem Mittelalter ist dies sicherlich nicht!

    Wenn jemand meint, er könne in einer offenen Beziehung glücklicher werden, soll er dies tun. Grundlage hierfür sollte einzig und allein sein, dass beide dies wollen und wissen, worauf sie sich einlassen.
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#12 anonymusAnonym
#13 dummdideldeiAnonym
  • 02.02.2010, 12:43h
  • Antwort auf #11 von Jensi
  • Die Ehe im Mittelalter

    Im Mittelalter waren in Westeuropa längst nicht alle Menschen in der Lage zu heiraten. Von dem jeweiligen Grund- oder Gutsbesitzer sowie von entsprechenden Stellen in der Stadt (Magistrat, Gilde, Zunft) wurde nur demjenigen die Ehe und Familiengründung gestattet, der auch in der Lage war eine Familie zu unterhalten. Dadurch war mehr als die Hälfte der Bevölkerung von der Heirat ausgeschlossen. Aufgrund der damaligen vorherrschenden religiösen und ethischen Grundsätze bedeutete dies auch einen faktischen Ausschluss von der Möglichkeit Kinder zu zeugen und eine Familie zu gründen.

    de.wikipedia.org/wiki/Ehe#Die_Ehe_im_Mittelalter

    Als Adam grub und Eva spann,
    wo war denn da der Edelmann ?

    Timm kann das bestimmt beantworten,
    er stellt sich gut mit solchen.

    Schimpansen ? Bonobos ? Gorillas ?
    Die haben mich letztens ausgelacht,
    als ich das behauptete.

    Aber es stimmt schon. Die Art des Kalorienerwerbs und der Erhaltung der Art
    bestimmt im nachäffischen Genpool, Homo sapiens sapiens, die Art der Förderung oder Negierung durch institutionelle Mächte.

    „Der erste Klassengegensatz, der in der Geschichte auftritt, fällt zusammen mit der Entwicklung des Antagonismus von Mann und Weib in der Einzelehe, und die erste Klassenunterdrückung mit der des weiblichen Geschlechts durch das männliche.“
    (Friedrich Engels)

    Friedrich Engels hat basierend auf der bahnbrechenden Matriarchatsforschung von Johann Jakob Bachofen und Lewis Henry Morgan den Ursprung der Unterdrückung der Frau aus materialistischer Sicht historisch festgelegt. Bachofen wurde bekannt als Entdecker des Mutterrechts und Morgan hat durch seine weltberühmte Feldforschung bei den Irokesenvölkern in Nordamerika die menschlichen Entwicklungsstufen und die jeweiligen Familienformen, die für sie charakteristisch sind erkannt. Engels bestätigt in seinem Werk „der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats“ Morgans Theorie, dass in der Wildheit die Gruppenehe typisch war, in der Barbarei die Paarungsehe und in der Zivilisation die Monogamie, welche bis heute geläufig ist und durch Ehebruch und Prostitution ergänzt wird. Bevor die ersten Familienformen der Gruppenehe entstanden, gab es eine Art Urzustand regellosen Verkehrs, der aber gewisse Paarungsformen nicht ausschloss; jedoch lagen dieser Form keine fixen Regeln zu Grunde. In der Gruppenehe besitzen ganze Gruppen von Männern und ganze Gruppen von Frauen einander gegenseitig als Ehegatten. Sie ist die älteste bekannte Form der Familie. Im Laufe der Zeit von einer Entwicklungsstufe zur nächsten war eine Eingrenzung des Inzests – vorerst zischen Eltern und Kindern durch die erste Familienorganisation und später dann auch zwischen Geschwistern – beobachtbar, bis hin zum absoluten Inzesttabu. Die Punaluafamilie ist die klassische und höchste Form der Gruppenehe bei der eine oder mehrere Schwestern den Kern einer Familie, ihre leiblichen Brüder den der anderen bildeten. Das heißt mehrere Schwestern hatten gemeinsam mehrere Männer und mehrere Brüder hatten eine Anzahl gemeinsamer Frauen. Also eine gegenseitige Gemeinschaft der Männer und Frauen in einem Familienkreis, von dem aber die leiblichen Brüder der Frauen und die leiblichen Schwestern der Männer ausgeschlossen waren. Aus dieser Punaluafamilie entwickelte sich die Gens. Das waren Familienclans, die sich als fester Kreis weiblich bedingter Blutsverwandten konstituierten, die untereinander nicht heiraten durften und die sich von anderen Gens in gesellschaftlicher oder religiöser Form unterschieden. Der Begriff Gens wurde von Morgan geprägt. Weiters bezeichnete er Stammesgesellschaften, die sich aus mehreren solcher Blutsverwandtschaftssippen zusammensetzten als Gentilgesellschaften.

    „So tritt die Einzelehe keineswegs ein in die Geschichte als die Versöhnung von Mann und Weib, noch viel weniger als ihre höchste Form. Im Gegenteil. Sie tritt auf als Unterjochung des einen Geschlechts durch das andere, als Proklamation eines bisher in der ganzen Vorgeschichte unbekannten Widerstreits der Geschlechter.“(Friedrich Engels)
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#14 RoggeAnonym
  • 02.02.2010, 12:51h
  • hmm - ich kann mir nur eine monogame Beziehung in meinem Leben vorstellen.
    Zur Liebe gehört für mich die Treue. Die Liebe umfasst den ganzen Menschen - Körper, Geist und Seele. Die Treue ist ein Wesenszug der Liebe.
    Ohne Treue gibt es keine wirkliche Liebe - nur eine, die man(n) dafür hält. Davon bin ich zutiefst überzeugt.
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#15 eMANcipationAnonym
  • 02.02.2010, 13:14h
  • Antwort auf #14 von Rogge
  • Aha,

    und was passiert dann, wenn diese "Treue" gebrochen wird. Dann ist es vorbei mit der "Liebe", oder?!

    Was ist das für eine Liebe, die dermaßen bedingt ist?

    Das ist eben genau die Vorstellung von "Liebe", die uns von kleinauf eingetrichtert wird! Die entspricht übrigens - nebenbei bemerkt - auch exakt der Vorstellung vom bestrafenden Gott!

    Dabei ist doch das entscheidende Merkmal wahrer Liebe die Vergebung!

    Sex ist eben nichts Verbotenes und auch nichts "Heiliges", sondern schlichtweg ein menschliches Grundbedürfnis wie Essen und Trinken.

    Wie kann man einem Menschen, den man wahrhaft liebt (auch sich selbst!), allen Ernstes abverlangen, dauerhaft nur mit einer Person Sex zu haben? Und vor allem: WAS in uns verlangt uns bzw. anderen das ab?

    Es ist ganz sicher nicht die Liebe, es ist das (verletzte) EGO!

    Ich habe allerdings auch Verständnis dafür, dass es vielen Menschen schwerfällt, sich von "der Tradition der toten Geschlechter, die wie ein Alp auf dem Gehirn der Lebenden lastet" völlig zu befreien. Daher sollte man mit diesem Thema zumindest ehrlich umgehen, was gerade in der "heterosexuellen" Welt oder bei denen, die sich an dieser orientieren, alles andere als die Regel ist!
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#16 eMANcipationAnonym
  • 02.02.2010, 13:26h
  • Antwort auf #13 von dummdideldei
  • Verdammt guter Beitrag.

    Man sollte noch hinzufügen, dass die beschriebenen Strukturen Männer nicht weniger unfrei machten und bis heute machen als Frauen. Ganz im Gegenteil zeigt die Entwicklung der letzten Jahrzehnte hier einen noch deutlich größeren Nachholbedarf einer Emanzipation bei Männern! So ist es bemerkenswert, dass sich junge Frauen heute weitaus freier fühlen, gleichgeschlechtliche Erfahrungen zu sammeln, als junge Männer, deren gefühlte Freiheit hier auf einen noch nie zuvor in den letzten dreißig Jahren gemessenen Tiefpunkt gesunken ist.
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#17 gatopardo
  • 02.02.2010, 13:38h
  • Antwort auf #14 von Rogge
  • Deine Liebe durch Treue und umgekehrt ist zu schätzen, denn jeder fühlt, denkt und handelt auf seine eigene Verantwortung. Zu hoffen ist, dass dieser Zustand bei Dir anhält, ich meine das ehrlich ! Hatten wir nicht alle schon einmal bei einem Idealpartner das Gefühl, unsterblich verliebt endlich im Himmel der Treue angekommen zu sein ?
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#18 RoggeAnonym
  • 02.02.2010, 13:42h
  • Wie kann man einem Menschen, den man wahrhaft liebt (auch sich selbst!), allen Ernstes abverlangen, dauerhaft nur mit einer Person Sex zu haben? Und vor allem: WAS in uns verlangt uns bzw. anderen das ab?

    ...die Liebe

    Ja, Vergebung ist auch ein Wesenszug der Liebe und nein, ich glaube nicht an einen strafenden Gott, aber an die Gottferne der Menschen, bedingt durch ihre Sünde.
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#19 predigerAnonym
#20 antosProfil
  • 02.02.2010, 23:13hBonn
  • Antwort auf #7 von Ben
  • "...z.B. daher romantische Liebe mit Ehe zu verbinden und somit die freie Ehegattenwahl erst möglich zu machen. Auch daher, der Frau eine gesellschaftliche Stellung abseits des Besitzverhältnisses durch Vater und Gatten zu verschaffen."

    Schön, so kennt man das aus Germanistik-Proseminaren. Lass bitte mal ein paar Realitäten rein. Realität a) Die romantische Liebe wurde sehr liebevoll von männlichen Romanciers ausgearbeitet - sie ist eine Erfindung der Literatur, unserem ersten Massenmedium vor Fernseh und Internet. Viel von der überwältigenden Wucht bleibt nicht, wenn man die Romane weiblicher Autoren dieser Zeit liest. Realität b) Eine 'gesellschaftliche Stellung' [hier sind also nur Bürgerliche gemeint oder zählt die Stellung einer niederen Bediensteten auch?] wurde erst durch kluge Empfängnisverhütung und Lohnarbeit möglich - die natürlich neue Besitzverhältnisse schafft. Realität c) 'Freie Ehegattenwahl' klingt chic, offen und gut - vergleiche das einfach mit den medienwirksamen Ausnahmefällen...welche wohlsituierte Frau heiratet ihren Gärtner?
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