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Einzelkommentar zu:
Bischof: Keine Kommunion für Homos


#44 TimmAnonym
  • 09.02.2010, 00:32h
  • @Super Mario

    Du hast es gut erkannt. Während die Katholische Kirchenleitung an Homophobie und Frauenfeindlichkeit (siehe Patricia Fresen, Uta Ranke-Heinemann, Gisela Forster, Ida Raming) leidet, ist dies bei der EKD nicht der Fall.

    Beide Kirchen verlieren in Deutschland an Zustimmung und die Mitgliederzahlen schrumpfen. Bei der EKD sogar ein wenig mehr als bei den Katholiken in Deutschland. Du fragst, warum die EKD unter leicht höheren Austrittsraten leidet ?

    Meine Antwort dazu lautet:
    Zum einem hat dies mit den Folgewirkungen der DDR zu schaffen. Die Hauptgebiete der Landeskirchen der EKD befinden sich im Norden sowie Osten der Republik. Und der Osten Deutschlands wurde massiv von der DDR-Indoktrination getroffen, da ist es schwer an Kirchenstrukturen im Osten anzuknüpfen. Die DDR_Gebiete sind kaum katholisch geprägt gewesen und so leidet vor allem die EKD und halt nicht die Katholische Kirche in einem ihrer Kerngebiete Deutschlands an den Folgewirkungen der DDR.

    Zum zweiten hat dies mit der Tatsache zu schaffen, das insbesondere in der älteren Kirchgängergeneration über 65 Jahre, die ihr ganzes Leben noch traditionell in der Mehrheit am Sonntag in der Kirche waren, keine Neuerungen/Änderungen gewollt sind ("Es soll alles so bleiben, wie es war"). Da aber die EKD mit der Frauenordination, Friedensbewegung, Akzeptanz homosexueller Paare viele Gesellschaftsveränderungen mitgetragen und aufgenommen hat, hat sie gleichzeitig in der älteren Generation Unfrieden geschaffen, wo keine Änderungen gewollt waren. Erst mit der Generation Käßmann, die sich in der EKD jetzt durchgesetzt hat, kippt das Bild. Da aber die Katholische Kirchenleitung gleichzeitig jede Reform seit 50 Jahren ausgesessen hat, verblieb dort die ältere Generation massiver im Sonntagsgottesdienst/in der Kirche.

    Zum Dritten die Chance der EKD liegt jetzt mit dem biologischen "Aussterben" der Benedikt-Generation in Deutschland...denn dann gehört die Käßmanngeneration zu den Alten: dann wird auf die Katholische Kirche ein immer größeres Problem zurollen: die große Entfernung der Katholischen Kirche von der liberalisierten Gesellschaft. Die EKD braucht da dann nichts mehr nachholen, während die Katholische Kirchenleitung regelrecht dazu gezwungen sein wird, da ihr der katholische Klerus sonst massiv ausstirbt. Die Katholische Kirche stützt sich momentan massiv auf die Generation über 70 Jahre/die Rentner in Deutschland und die bricht ihr biologisch allmählich weg.
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