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- 09. Februar 2010 2 Min.
US-Medien haben über die Homosexualität von Richter Vaughn Walker berichtet, der als Vorsitzender Bundesrichter über "Proposition 8" entscheiden wird.
Homo-Aktivisten versuchen derzeit mit einer Klage, den Ende 2008 in einem Volksentscheid beschlossenen Entzug des Eherechts für Lesben und Schwule aufheben zu lassen (queer.de berichtete). In Kürze soll ein Bundesgericht in San Francisco darüber entscheiden, ob "Proposition 8" gegen die Bundesverfassung verstoßen hat.
Vorsitzender Richter ist dabei ein Schwuler: Der 65-jährige Vaughn Walker hat zwar nie öffentlich über seine Homosexualität gesprochen, diesen Umstand aber nicht verleugnet. In einem Bericht outete der "San Francisco Chronicle" den Richter und zitierte dabei einen anderen Bundesrichter anonym: "Er hat ein Privatleben und versteckt es nicht, aber es hat keinen Einfluss auf seine Entscheidungen."
Homo-Aktivisten nicht begeistert
Bislang galt Walker, der 1989 vom republikanischen Präsidenten George H.W. Bush ernannt wurde, als eher konservativer Richter. Homo-Aktivisten nahmen ihm vor allem übel, dass er 1982 als Anwalt das Nationale Olympische Komitee der USA im Kampf gegen die kleine Veranstaltung "Gay Olympics" vertreten hatte. Das NOK fürchtete, die "Gay Olympics" könnten mit den Olympischen Spielen in Los Angeles, die im Jahr 1984 stattfinden sollten, verwechselt werden. Walker gewann den Prozess, die Veranstaltung musste in "Gay Games" umbenannt werden.
Walker selbst antwortet auf Fragen über seine Homosexualität stets mit "Kein Kommentar". Auf den "Gay Games"-Prozess angesprochen, erklärte er unlängst schlicht: "Das Leben ist eben voller Ironie". Den "Proposition 8"-Fall selbst ausgesucht hat er sich nicht; in Kalifornien werden per Losverfahren die Prozesse auf die Richter verteilt.
Der Richter ist zwar bislang auf beiden Seiten unumstritten, Homo-Aktivisten fürchten aber, dass die Homo-Gegner bei einer Niederlage die sexuelle Orientierung des Richters als Grund anführen könnten. Der Fall wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ohnehin vor der nächsten Instanz, dem Obersten Gerichtshof in Washington D.C., verhandelt werden. Hier sind - nach bisheriger Erkenntnis - alle neun Richter heterosexuell. (dk)














