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- 12. Februar 2010 2 Min.
Es ist alles eine Frage der Frage: eine Umfrage aus den USA findet verwirrende Ergebnisse zur Akzeptanz von Homo-Soldaten. War die Selbstbezeichnung als "gay" bzw. "schwul" also erfolgreich?
Von Norbert Blech
Man muss der "New York Times" dankbar sein, dass sie die Grundlagen für ihre zusammen mit dem Fernsehsender CBS ausgerichteten und oft zitieren Umfragen in ihrem Blog gelegentlich ausführlich darlegt und sich auch Gedanken über die Fragestellung macht.
In den USA wird derzeit erneut diskutiert, ob die berüchtigte "Don't ask don't tell"-Regelung aufgehoben werden soll (Schwule dürfen demnach nur solange in der Armee dienen, solange sie sich nicht outen). Ein guter Anlass für die Redaktion also, die Meinung der Bevölkerung einzuholen. Insgesamt wurden 1.084 Erwachsene befragt, ob offen schwule oder lesbische Armeemitglieder dienen sollen dürften. Die Besonderheit: bei der einen Hälfte der Teilnehmer wurde in den Fragen der Begriff "homosexual" verwendet, bei der anderen "gay and lesbian". Die Zustimmung variiert deutlich.
Fast 70 Prozent sind für "Schwule und Lesben" im Militär, fast 60 Prozent auch dann, wenn diese aus ihrer sexuellen Orientierung kein Geheimnis machen. Bei der anderen Befragungsgruppe ist die Zustimmungsrate schlechter: nur 59 wollen "Homosexuelle" in der Armee, und nur 44 sind für offen homosexuell lebende Menschen im Militär. Bei Befragten, die sich als Anhänger der Demokraten bezeichnen, geht die Schere noch weiter auseinander: 79 Prozent sind für offen schwule oder lesbische Soldaten, 43 Prozent für offen homosexuelle.
Weitere Details aus der Umfrage will die Zeitung später veröffentlichen, die Ergebnisse der Telefonumfrage haben in beiden Gruppen eine Abweichquote von 4 Prozent nach oben oder unten.
Die Szene scheint also gut damit gefahren zu sein, den Begriff "gay" für sich populär und positiv besetzt gemacht zu haben (und in Deutschland sogar den einstigen Schimpf-Begriff "schwul" umgewandelt zu haben). Handbücher für Medien, Angestellte und Manager in den USA raten schon seit Jahren zur Verwendung des Begriffes "gay" (der Begriff "homosexual" sei "klinisch, distanzierend und archaisch", schreibt etwa ein Leitfaden für Schulangestellte in Washington, den man auch der "Tagesschau" wünschte). Es ist vielleicht auch nicht erstaunlich, dass ultrakonservative Politiker oder Priester, wenn sie sich in Rage reden, eher zur Nutzung des Begriffes "homosexual" neigen, oft mit einer angewiderten Betonung.














