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- 12. Februar 2010 2 Min.
Hinter den Kulissen wird weiterhin an Rettungsplänen gebastelt, nach außen dringt wenig. Wohin geht die Reise für Deutschlands ersten Sender für Schwule?
Von Christian Scheuß
"Schon gehört? Frank Lukas, der Geschäftsführer ist untergetaucht!" Die Gerüchteküche brodelt heftig, seit man beim schwulen Fernsehsender den Gang zum Insolvenzverwalter antreten musste. In der Tat lief in den vergangenen Tagen nach der Nachrichtensendung TIMM TODAY die Suchmeldung zu einer vermissten Person. Doch wie Augenzeugen bestätigen, sitzt der Boss nach wie vor in Berlin an seinem Schreibtisch, um den Sender aus der wirtschaftlichen Schieflage zu befreien.
Der Sendebetrieb läuft noch, was erst mal ein gutes Zeichen ist. Auch wenn es manche Zuschauer irritierte, als am Mittwochnachmittag plötzlich füllige Frauen auf dem Bildschirm auftauchten, die unter dem Label Astro-Shop ein 13-teiliges "Schädelset" für schlappe 349 Euro verscherbeln wollen, weil man ja damit ganz doll das eigene Schicksal erkunden könne. Nein, da wird nicht bereits das Inventar von TIMM verkauft, es werden nur Kosten beim Sendebetrieb gesenkt.
"Wir sind angehalten, das Programm zu verschlanken, deswegen haben wir jetzt mehr Shopping am Nachmittag im Angebot", berichtet eine interne Quelle gegenüber queer.de. Da der schwule Zuschauer in der Regel hauptsächlich erst ab 18 Uhr einschaltet, fällt diese Änderung im Sendeschema kaum auf. Auf weitere Programmänderungen werden sich die Zuschauer einstellen müssen, Programmvorschauen haben nur noch eine begrenzte Haltbarkeit.
In die Sterne gucken müssen Außenstehende nach wie vor, wenn es um die Zukunft des Senders geht. Ein erstes Indiz, wohin die Reise gehen könnte, gab es durch den TIMM-Newsletter, in dem gefragt wurde, ob man als Zuschauer denn treu bleibe, wenn TIMM künftig als Pay-TV-Kanal laufen würde. "Es wird derzeit über viele Möglichkeiten nachgedacht, und Pay-TV ist eine davon", bestätigt die inoffizielle Quelle dieses Gerücht. Wann da aber etwas spruchreif ist, das kann und will noch niemand sagen. Auch nicht, wie viel Zeit denn noch bleibt. Es hänge von vielen Faktoren ab, die eine Lösung verzögern, heißt es. Man führe aber viele Gespräche, die ihre Zeit bräuchten.
Links zum Thema:
» www.timm.de
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