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  • 12. Februar 2010 35 2 Min.

Hinter den Kulissen wird weiterhin an Rettungsplänen gebastelt, nach außen dringt wenig. Wohin geht die Reise für Deutschlands ersten Sender für Schwule?

Von Christian Scheuß

"Schon gehört? Frank Lukas, der Geschäftsführer ist untergetaucht!" Die Gerüchteküche brodelt heftig, seit man beim schwulen Fernsehsender den Gang zum Insolvenzverwalter antreten musste. In der Tat lief in den vergangenen Tagen nach der Nachrichtensendung TIMM TODAY die Suchmeldung zu einer vermissten Person. Doch wie Augenzeugen bestätigen, sitzt der Boss nach wie vor in Berlin an seinem Schreibtisch, um den Sender aus der wirtschaftlichen Schieflage zu befreien.

Der Sendebetrieb läuft noch, was erst mal ein gutes Zeichen ist. Auch wenn es manche Zuschauer irritierte, als am Mittwochnachmittag plötzlich füllige Frauen auf dem Bildschirm auftauchten, die unter dem Label Astro-Shop ein 13-teiliges "Schädelset" für schlappe 349 Euro verscherbeln wollen, weil man ja damit ganz doll das eigene Schicksal erkunden könne. Nein, da wird nicht bereits das Inventar von TIMM verkauft, es werden nur Kosten beim Sendebetrieb gesenkt.

"Wir sind angehalten, das Programm zu verschlanken, deswegen haben wir jetzt mehr Shopping am Nachmittag im Angebot", berichtet eine interne Quelle gegenüber queer.de. Da der schwule Zuschauer in der Regel hauptsächlich erst ab 18 Uhr einschaltet, fällt diese Änderung im Sendeschema kaum auf. Auf weitere Programmänderungen werden sich die Zuschauer einstellen müssen, Programmvorschauen haben nur noch eine begrenzte Haltbarkeit.

In die Sterne gucken müssen Außenstehende nach wie vor, wenn es um die Zukunft des Senders geht. Ein erstes Indiz, wohin die Reise gehen könnte, gab es durch den TIMM-Newsletter, in dem gefragt wurde, ob man als Zuschauer denn treu bleibe, wenn TIMM künftig als Pay-TV-Kanal laufen würde. "Es wird derzeit über viele Möglichkeiten nachgedacht, und Pay-TV ist eine davon", bestätigt die inoffizielle Quelle dieses Gerücht. Wann da aber etwas spruchreif ist, das kann und will noch niemand sagen. Auch nicht, wie viel Zeit denn noch bleibt. Es hänge von vielen Faktoren ab, die eine Lösung verzögern, heißt es. Man führe aber viele Gespräche, die ihre Zeit bräuchten.

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-w-

#1 XDAAnonym
  • 12.02.2010, 22:34h
  • Hab ich nicht gesagt, dass sie bald auch Call-in Spiele wie 9Live machen ... aber gut ASTRO TV ist bald noch schlimmer.
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#2 LarsAnonym
  • 12.02.2010, 23:01h
  • Antwort auf #1 von XDA
  • Wie man's macht, macht man's verkehrt... Macht man den Sender dicht, so ist das nicht okay. Pay-TV wird auch nicht gewünscht. Nun findet sich einer, der für ein Teleshopping-Programmfenster Geld zahlt und es wird wieder geschimpft. Natürlich ist das keine tolle, hochwertige Sendung. Aber gibt es sowas im Bereich Teleshopping überhaupt?

    Wenn es zur Rettung des Senders beiträgt, dann ist das doch wunderbar. Es wird ja keiner gezwungen, sich diese 2 Stunden anzuschauen!
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#3 eMANcipationAnonym
  • 13.02.2010, 01:07h
  • In Wahrheit ist es doch ein absoluter Skandal und passt perfekt zu den massenmedialen Kampagnen, die in unterschiedlichen Bereichen gerade gegen uns losgetreten werden, dass die Etablierung eines schwulen Vollprogrammes in diesem Lande offenbar gezielt sabotiert wird.

    An vorderster Front stehen hier die Betreiber der Kabelnetze, die jedem noch so dümmlichen heterosexistischen Schwachsinn einen Platz im frei empfangbaren Kabelnetz einräumen, aber keinem schwulen Sender. Hier sind in erster Linie die Landesmedienanstalten gefordert, diese offensichtliche Diskriminierung von Programmen nichtheterosexuellen Inhaltes endlich zu beenden!

    Es ist ein Skandal, dass die öffentlich-rechtlichen Programme bis zum heutigen Tage nicht einmal ansatzweise eine quantitativ und qualitativ angemessene Repräsentation homosexueller Menschen für nötig halten. Eine heterosexistische Schmonzette reiht sich an die andere, und das wohlgemerkt auch in Kinder- und Jugendprogrammen, wo die lebenswichtigen (siehe Suizidrisiko homosexueller Jugendlicher!) Identifikationsfiguren für junge Schwule und Lesben weiterhin mit voller Absicht nicht vorkommen. Macht ja nix, "unsere" letzte Familienministerin kommentierte die betreffenden Daten zum Suizidrisiko ja auch nur insofern, als sie ausrichten ließ, dass sie dennoch keinen Handlungsbedarf zur genaueren Erfassung der Lebenssituation homosexueller Jugendlicher sehe.

    Geht es hier eigentlich auch allen am A... vorbei, wofür sie GEZ-Gebühren bezahlen??? Oder überlegen wir uns endlich mal, wie wir den heteronormativen Programm-Herren zeigen können, dass wir für rund 10% ihrer Gebührengelder aufkommen??? Und dass wir selbige solange nicht mehr zahlen, bis wir in ihren Programmen nicht mehr gezielt marginalisiert und ausgegrenzt werden!!!

    Aber ich weiche vom anfänglichen Thema ab: Neben dieser eigentlich selbstverständlichen Repräsentation im von uns wesentlich mitfinanzierten öffentlich-rechtlichen Fernsehen muss es selbstverständlich auch wenigstens einen zu 99% schwulen Kanal geben. Denn ALLE anderen Programme sind schließlich zu 99% heterosexuell/-sexistisch, und das 1%, das uns zugedacht wird, besteht dann zum größten Teil aus einer Aufwärmung der üblichen Klischees und sonstigen Anhängseln, die die übergeordneten Hetero-Stories garnieren sollen. Oder in letzter Zeit zunehmend in fragwürdigem, aber immer weniger als "zufällig" entschuldbarem Sensationsjournalismus, der Schwule mindestens unterschwellig als sexuelle Belästiger, Kinderschänder und -hasser diffamiert.
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