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  • 13. Februar 2010 38 2 Min.

Die Polizei musste mehrere Schwule vor einer aufgebrachten Menschenmenge schützen - und nahm die Schwulen fest.

Von Norbert Blech

Es hätte die erste (inoffizielle) Schwulen-Hochzeit in Kenia werden sollen. Doch dann stürmte eine aufgebrachte Menschenmenge die angemietete Villa und zerrte die Männer nach draußen.

Die private Zeremonie, bei der zwei Männer mit Ringen "erwischt" worden sein sollen, fand am Freitag in dem Küstenstädtchen Mtwapa in der Nähe von Mombasa statt. Die Planung der Feier, zu der auch ausländische Schwule erwartet wurden, war im Vorfeld bekannt geworden, worauf sie der örtliche Imam und der örtliche Bischof der Apostolischen Gemeinde in den Medien verdammten.

So sollen es auch speziell christliche und muslimische Jugendliche gewesen sein, die die Männer dann aus dem Anwesen zerrten und mindestens zwei von ihnen verprügelten. Die Polizei verhinderte schlimmeres und nahm zugleich die beiden Männer und drei weitere Schwule in Gewahrsam. Vor dem Polizeirevier und einer Klinik, in der die Menge einen geflüchteten Schwulen vermutete, kam es zu weiteren Protesten.

Offenbar keine Bestrafung geplant

Während die BBC berichtet, dass den Männern nun lange Haftstrafen drohten, geben Medien vor Ort Entwarnung. Die zuständige Polizeichefin Grace Kakai soll die Freilassung der Männer versprochen haben, auch wolle sie niemanden anklagen. Kakai sagte, sie habe ihre Polizistenn vor allem geschickt, um die Männer "vor den Jugendlichen, die nach ihrem Blut schrieen, zu schützen". Medienberichten zufolge hätten Polizisten auch beruhigend auf die Gegendemonstranten eingeredet, es kam allerdings bei ihnen zu keinen Verhaftungen.

Homosexualität ist in Kenia bis heute verboten. Das Gesetz aus britischer Kolonialzeit, das bis zu 14 Jahre Haft für homosexuellen Sex vorsieht, wird aber kaum noch angewandt. In vielen Städten, darunter Mtwapa, soll es gar ein lebendiges schwules Nachtleben geben. Im Zuge der HIV-Prävention hat die Regierung kürzlich begonnen, auf die Szene zuzugehen - und eine geplante Verfassungsänderung könnte demnächst sogar eine Homo-Ehe bringen. Die inoffizielle Heirat am Freitag wäre nicht die erste Heirat zweier Kenianer gewesen: 2005 gaben sich zwei männliche Staatsangehörige in Großbritannien das Jawort.

-w-

#1 ErikAnonym
  • 13.02.2010, 17:25h
  • Schade, aber auch erfreulich. Schade, wie die Bevölkerung reagierte - wobei natürlich nicht alle Kenianer Homosexuellen negativ gegenüberstehen.
    Erfreulich, dass die Polizei trotz entsprechenden Gesetz keine Strafen verhängen will, ich hoffe das bleibt so. Dass die Verfassungsänderung eine Öffnung der Ehe bringt, bezweifle ich aber.
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#2 alexander
  • 13.02.2010, 18:14h
  • eigentlich waren nur der imam und der bischof wegen volksverhetzung zu verhaften !!!
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#3 UAAnonym