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Einzelkommentar zu:
LSVD entsetzt über B.Z.


#10 eMANcipationAnonym
  • 23.02.2010, 11:33h
  • Antwort auf #7 von Horst Treller
  • Ersparen Sie uns doch bitte ihr mindestens rechtspopulistisches, islamophobes Geschreibsel, das der gesellschaftlichen Realität in keiner Weise gerecht wird und auch keine Probleme löst, weil es nur noch mehr spaltet und einzelne Gruppen gegeneinander auhetzt. Damit entlarven Sie sich selbst!

    Sie haben offenbar schon sehr lange keine deutsche und auch keine Berliner Schule mehr von innen gesehen und sind in Ihren Ausführungen insgesamt so weit entfernt gerade von den Problemen junger Menschen, dass es einen schütteln könnte.

    Homophobe Gewalt ist ALLTAG in jedem Klassenzimmer, in jeder Peer Group von jungen Menschen in dieser unseren angeblich so toleranten Gesellschaft. Schon Frühpubertierende müssen sich - nicht zuletzt dank der aggressiven Flut heterosexistischer Bilder, die ihnen die Massenmedien rund um die Uhr einhämmern und die es in dieser Form noch nie zuvor gegeben hat - mit dem Schimpfwort "schwul" in jedem zweiten Satz ihrer sexuellen "Konformität" vergewissern. In "sozialen Netzwerken" wie Facebook, die heute schon in dieser Altersgruppe zur absoluten Pflichtübung gehören, muss sich jeder 14jährige zu einer heterosexuellen Identität bekennen ("Interessiert an: Frauen!!!"), und jede noch so kleine vermutete Abweichung von der so gennanten Norm wird umgehend von den Hunderten von "Beobachtern" ("Freunden" sic!) mit entsprechenden Sanktionen belegt.

    Noch nie schien das Bedürfnis, sich von jedwedem Anderssein in sexueller Hinsicht vom ersten Moment an - bevor überhaupt jemals eine freie Selbstentdeckung hat stattfinden können - so unendlich groß gewesen zu sein wie heute. Wenn nur 16% der Jungen und 36% der Mädchen Homosexualität für "etwas Normales" halten (siehe Dr. Sommer-Studie 2009), dann kann dies wohl kaum ein Problem sein, das durch eine böse religiöse Minderheit verursacht wird. (Religiöse/ethnische Minderheiten waren in der deutschen Geschichte ja schon immer für alles verantwortlich, nur nie die Deutschen selbst!).

    Denn für die Strukturen, die junge Menschen dermaßen ihrer sexuellen Freiheit und ihres Rechts auf eine freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit berauben sind ist dieselbe reaktionäre "christliche" Politik verantwortlich, die auch Menschen "mit Migrationshintergrund" (insbesondere diejenigen muslimischen Glaubens) konsequent von einer gleichen gesellschaftlichen Teilhabe einschließlich Bildungschancen ausgeschlossen hat und die Sexualaufklärung in unserem Bildungswesen immer noch mit der Verordnung und Aufherrschung von Heterosexualität verwechselt und die homosexuelle Jugendliche in keiner Weise vor der aggressiven heteronormativen Gewalt schützt!

    Es kommt mit Sicherheit nicht von ungefähr und ist nicht das Ergebnis "islamischer", sondern offensichtlich "christlicher" Politik, dass homosexuelle Jugendliche in dieser Gesellschaft nach wie vor einem vier- bis fünfmal höheren Suizidrisiko ausgesetzt sind. Vor diesem Hintergrund kann man es nur als völlig pervers ansehen, über die dringende Notwendigkeit, auf allen Ebenen und in allen Bereichen aktiv gegen die so gennante Hetero-Norm und die daraus resultierende, alltägliche Gewalt mit ganzer Kraft vorzugehen, auch noch "diskutieren" oder sie gar in Abrede stellen zu wollen.

    Noch perverser ist es, die beschriebenen gesellschaftlichen Realitäten zu missbrauchen, um die eine diskriminierte Gruppe gegen die andere auszuspielen. Aber das war schon immer die wirksamste Methode, um von eigenem Versagen abzulenken und Herrschaftsstrukturen unangetastet zu lassen.
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