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- 08. März 2010 2 Min.
Kehrtwende bei Microsoft: Teilnehmern am Online-Netzwerk "Xbox Live" ist nun eine sexuelle Orientierung erlaubt.
Von Norbert Blech
Teilnehmer des Microsoft Online-Spiele-Netzwerks "Xbox Live" dürfen nun schwul sein. Nach massiver Kritik hat sich der US-Konzern entschieden, dass die Spieler unter anderem in ihren Profilen auf ihre sexuelle Orientierung hinweisen dürfen, auch Angaben zu Religion und Nationalität sind nun erlaubt.
Um angeblich Beleidigungen und Jugendschutz-Verstöße auszuschließen, hatte Microsoft bisher bestimmte Wörter etwa für Nutzernamen gesperrt (queer.de berichtete). So konnten etwa Namen nicht registriert werden, die das Wort "gay" beinhalteten, womit der Ausschluss nicht nur Schwule traf, sondern auch Heterosexuelle mit unglücklichem Nachnamen wie ein Spieler aus Großbritannien, Richard Gaywood.
2009 wurde eine Teilnehmerin aus der Community ausgeschlossen, weil sie in ihrem Profil angegeben hatte, lesbisch zu sein. Andere Spieler hatten das als "anstößig" gemeldet. Die lesbische Teilnehmerin war zuvor von Mitspielern mehrfach beleidigt worden, was zu keinen Aktionen durch Microsoft geführt hatte.
Aufrichtige Motive
Zwar sei die bisherige Handhabung mit aufrichtigen Motiven erfolgt, erklärte der Konzern in einer Pressemitteilung; dies habe aber ungewollt dazu geführt, dass sich einige User ausgestoßen gefühlt hätten. Dabei mache die Vielfalt der Teilnehmer die Community stärker und interessanter, so die Begründung Microsofts für die Umstellung der Nutzungsbedingungen.
Teilnehmer dürfen nun die Wörter "Lesbian", "Gay", "Bi", "Transgender" oder "Straight" benutzen, allerdings nicht, um andere Leute damit zu beleidigen oder sich negativ über einen Personenkreis zu äußern. Andere Begriffe aus dem sexuellen Bereich bleiben untersagt. Mit den Änderungen kündigte Microsoft eine stärkeres Eingehen auf Beschwerden ein.
Einen Haken hat die Sache allerdings noch: Medienberichten zufolge beziehen sich die Änderungen zunächst nur auf amerikanische User des Dienstes. "Xbox Live" hat weltweit rund 23 Millionen Mitglieder.











