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- 10. März 2010 3 Min.
Im Zusammenhang mit Reisen des Außenministers sollen Politik und Medien Kritik "differenziert und sachorientiert" vorbringen.
Von Norbert Blech
Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) hat in der "Auseinandersetzung über die Begleitung des Außenministers durch seinen Lebenspartner Michael Mronz" vor einer schädlichen Berichterstattung gewarnt. Zunächst sei "zu begrüßen, dass Außenminister Guido Westerwelle bei offiziellen Anlässen und Reisen von seinem Partner begleitet wird", erklärte LSVD-Sprecher Manfred Bruns. Das setze ein "wichtiges Zeichen der Normalität in der internationalen Politik", da in vielen Ländern Homosexuelle noch von Unterdrückung, Gewalt und staatlicher Verfolgung bedroht seien.
Es dürfe keine Frage der sexuellen Orientierung sein, "ob die Begleitung durch einen Partner im jeweiligen Fall hilfreich oder unangebracht ist", so Bruns weiter. "Hier müssen gleiche Maßstäbe für homo- und heterosexuelle Partnerschaften gelten." Daher fordert der Verband "Politik und Medien auf, kritische Nachfrage differenziert und sachorientiert vorzubringen. Da sollte es keinen falsch Zungenschlag geben."
Seltene Warnung
Im Zuge des DFB-Skandals hatte es keine Warnung des LSVD vor einer Berichterstattung mit falschem Zungenschlag gegeben. Welche Medien oder Politiker der Verband mit der folglich besonderen Mitteilung warnen wollte, erklärte Bruns in der Pressemitteilung nicht.
Am Mittwoch hatte die FDP-Europapolitikerin Silvana Koch-Mehrin der SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles vorgeworfen, eine "niederträchtige Attacke" gegen Westerwelle geführt und "niederste Vorurteile gegen Schwule" bedient zu haben (queer.de berichtete). Nahles hatte zuvor Aufklärung verlangt, ob es auf Dienstreisen Westerwelles "Geschäftsanbahnungen von Herrn Mronz gegeben hat".
Anlass war ein Bericht des Magazins "Der Spiegel", der berichtet hatte, wie der Außenminister auf Dienstreisen nicht nur seinen Lebenspartner, sondern auch Wirtschaftsvertreter mitgenommen hatte, die teilweise der FDP Geld gespendet hatten und/oder mit Mronz zusammenarbeiteten. Das Magazin hatte auch von einer Hoteleröffnung in Bonn berichtet, die Mronz organisiert hatte und bei der neben Prominenz auch Westerwelle erschienen war und werbende Worte verloren hatte. Der FDP-Politiker hatte den Besuch als Pflichttermin in seinem Wahlkreis verteidigt und den "Spiegel"-Autoren "unhaltbare Unterstellungen" vorgeworfen.
"Ein Herz für Kinder"
Am Mittwoch verteigte sich auch Mronz gegen die Vorwürfe, ohne auf sie einzugehen. In der "Bild"-Zeitung sagte der 43-Jährige, der Vorstandsmitglied der Hilfsorganisation "Ein Herz für Kinder" ebenjener Zeitung ist: "Ich möchte mich für die schwächsten Erdenbürger einsetzen – die Kinder. Gerade weil wir keine eigenen Kinder haben, möchte ich ein Herz für Kinder zeigen. Wann immer ich es zeitlich schaffe, möchte ich Herrn Westerwelle auf seinen Reisen begleiten, um mich für Kinder sozial zu engagieren. Dass ich auf eigene Kosten reise, versteht sich dabei von selbst!" Für die Stiftung arbeitet Mronz übrigens erst seit letzten Donnerstag.
Nachtrag, 17.05h: Auch der grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck kritisierte, dass "mancher Zungenschlag" in der Debatte die sachliche Ebene verlasse. Auf Facebook kommentierte Beck, Westerwelle müsse "erklären, ob Spenden an die FDP Einfluss auf die Einladungspraxis seines Ministeriums bei Delegationsreisen und in seiner Dienst-Villa haben, sonst nix!" Für die Begleitung durch seinen Lebensgefährten müsse er "sich aber genausowenig rechtfertigen, wie ein Außenminister, der seine Ehefrau mitnimmt."















Ich weiss nicht, ob ich lachen oder kotzen soll.
Da definiert jemand das sonst so gern geschmähte Wort Gutmensch aber mal ganz neu.