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- 19. März 2010 2 Min.
Im Gespräch mit dem Regisseur Bruce LaBruce sprach der Modemacher auch über seinen Escort-Verbrauch und den Unnutz der Homo-Bewegung.
Von Norbert Blech
Der Designer Karl Lagerfeld hat in einem Interview mit dem britischen Lifestyle-Magazin "Vice" einige sehr private - und umstrittene - Ansichten losgelassen. So sagte er dem kanadischen Film-Regisseur Bruce LaBruce, er sei gegen die Homo-Ehe, weil sie zu spießig sei.
"In den 60ern sagten alle, dass wir das Recht haben, anders zu sein. Und jetzt wollen alle plötzlich das bürgerliche Leben", so der Modezar, der auch an schwulen Eltern zweifelt: "Für mich ist das schwer vorzustellen - einer der Väter bei der Arbeit und der andere zu Hause mit dem Baby. Wie wäre das für das Baby? Ich weiß es nicht."
Dabei sei er schon früh über Homosexualität aufgeklärt worden: "Als ich ein Kind war, habe ich meine Mutter gefragt, was Homosexualität ist. Und sie sagte, und das war vor 100 Jahren in Deutschland und sie war sehr liberal: 'Das ist wie wie Haarefärben. Es ist nichts. Manche Menschen sind blond, andere haben dunkles Haar. Es ist kein Thema.' Das war wirklich eine sehr gesunde Einstellung", meint der Modezar.
High-Class-Escorts für Reiche
"Manche Leute machen ein Drama draus", so der 76-Jährige in dem Interview weiterhin zum Thema Homosexualität. "Ich verstehe das nicht mal. Es ist kein Problem. Es existiert nicht. Es ist kein Thema. Für mich war es das nie." Daher habe er auch nichts mit der Schwulenbewegung zu tun: "Ich hatte ein überbeschütztes Leben. Was soll ich bekämpfen?" Ihm und seinen Freunden sei nie etwas passiert, aus ähnlichen Gründen sei er auch nie zu einer Wahl gegangen.
Als Kind sei er sehr erfolgreich bei Pädosexuellen gewesen, habe sich aber nie berühren lassen, vertraut Lagerfeld dem Regisseur an. Er habe nie Sex mit Älteren gehabt und bevorzuge generell "High-Class-Escorts": "Ich schlafe nicht gern mit Leuten, die ich wirklich liebe, weil die sexuelle Anziehung nicht von Dauer ist, Zuneigung aber ein Leben lang anhalten kann." So wie die Reichen leben, sei ein solches Leben möglich. Die Anderen bräuchten Pornos.
Links zum Thema:
» Das ganze Interview bei Vice















Schön für ihn! Aber bei anderen ist das nicht so.
Wenn ihm das egal ist, ist das sein Recht, aber nur weil er alt und reich ist, wird diese Einzelmeinung noch lange nicht maßgeblich.
Der hatte ja immer schon teils sehr komische Vorstellungen und war immer schon ein komischer Kauz. Auch das ist sein gutes Recht, aber wie gesagt, dürfen andere das auch anders sehen.
Im Übrigen hat Gleichstellung ja nichts mit Bürgerlichkeit zu tun. Es gibt doch wohl nichts UN-bürgerlicheres als die Ehe für Schwule und Lesben zu öffnen. Wer sie nicht will oder nicht braucht, muss sie ja nicht eingehen. Aber andere wollen es und alleine schon, dass man es nicht kann, selbst wenn man es will, ist diskriminierend.