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- 23. März 2010 2 Min.
Im Streit um pädophile Pfarrer gibt sich die katholische Kirche zurückhaltend – schwulen Pfarrern geht sie aber an den Kragen, wie zwei Fälle aus NRW zeigen.
Von Dennis Klein
Ein 42-jähriger Pfarrer aus Halver im Bistum Essen und ein 41-jähriger aus Bad Driburg im Erzbistum Paderborn lebten ihre Homosexualität offenbar heimlich aus. Über die Dating-Seite "Gayromeo" trafen sie Gleichgesinnte und hielten sonntags brav ihren Gottesdienst ab. Daraus wird nun nichts mehr: Beide müssen ihre Arbeit ruhen lassen, wahrscheinlich für immer. Das Erzbistum Paderborn stellte sogar Strafanzeige gegen den Pfarrer in Bad Driburg; die Staatsanwaltschaft solle prüfen, ob er sich in Folge seines Doppellebens strafbar gemacht haben könnte. Einen direkten Verdacht darauf gebe es aber nicht, die Anzeige sei "rein vorsorglich" erfolgt, erklärte Bistumssprecher Ägidius Engel gegenüber der Nachrichtenagentur DAPD.
Das kirchenrechtliche "Verbrechen" des 41-Jährigen geht insbesondere auf seine Vorlieben zurück: Er soll in Dortmund S/M-Partys organisiert haben. In Workshops soll er zudem unter anderem den "richtigen Umgang mit dem Rohrstock" gelehrt haben. Bei Gayromeo war der Pastor unter dem User-Namen "Strenger Herr" aktiv; das Profil ist inzwischen gelöscht.
Bistum geschockt
Der Paderborner Bistumssprecher ist gegenüber dem WDR peinlich berührt von der Affäre – und stellt einen direkten Zusammenhang zum Kindesmissbrauch her: "Das treibt einem schon die Schamesröte ins Gesicht, was wir hier, gerade in Zeiten der Missbrauchsdebatte, kommunizieren müssen."
Dem 42-jährigen Pfarrer aus Halver wurden offenbar Recherchen der "Bild"-Zeitung zum Verhängnis. Das Blatt konfrontierte den Pfarrer mit ausgedruckten Seiten seines Gayromeo-Profils; schließlich habe der Geistliche alles zugegeben. Laut "Bild" ist er ein ganz besonders schlimmer Schwuler: "Im Benutzer-Profil äußert er den Wunsch ausgepeitscht zu werden, beschreibt seine Vorliebe für widerlichste Sex-Spiele".














