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- 24. März 2010 2 Min.
In einer anonymen E-Mail wird dem Lübecker Linkspartei-Schatzmeister Ragnar Lüttke ein parteischädigendes "homosexuelles Doppelleben" unterstellt – Lüttke klagt und stellt klar: "Ich bin strikt heterosexuell".
Die Mail wurde an mehrere Zeitungen geschickt, die daraus zitierten. So heißt es darin etwa, dass Lüttke "Mitwisser der schwulen Aktivitäten in Jobs gepuscht" habe. Außerdem seien schwule Lustreisen durchgeführt worden.
Gegenüber der "Bild"-Zeitung dementierte Lüttke den Haupt-"Vorwurf": "Ich bin strikt heterosexuell". Er habe bereits "Anzeige wegen Verleumdung" erstattet. Einen "ganzen Ordner mit anonymen Schmuddel-Vorwürfen" über seine Person habe er zudem angelegt. Gleichzeitig betonte er, dass sich seine Partei für die Gleichstellung von Homosexuellen einsetze.
Laut "Lübecker Nachrichten" kennt Lüttke den Urheber der Angriffe. "Wir haben die IP-Adresse und den Rechnernamen, wir können den Urheber ermitteln", erklärte der 42-Jährige.
Bizarre Solidarität
Lüttke war bereits im Jahr 2008 in die Kritik geraten, als Bilder auftauchten, in denen er mit Gleichgesinnten auf einer Art Geburtstagsfeier für Stalin zu sehen war. In der Linken wurde daraufhin über einen Parteiausschluss Lüttkes diskutiert, die Lübecker Parteifreunde stellten sich aber in einer Presseerklärung schließlich "in kritischer Solidarität" hinter ihren damaligen Vorsitzenden. Lüttke bezeichnete die Feier damals als "private Veranstaltung" und "Klamauk unter Freunden" und als "Parodie".
Ein anderes Mitglied der schleswig-holsteinischen Linkspartei ist bereits vor einem guten halben Jahr mit fragwürdigen Thesen zum Thema Homosexualität aufgetreten. Damals verteilte der Rendsburger Landtagskandidat Volker Lindenau einen Wahlkampf-Flyer, in dem er sich über die sexuelle Orientierung von FDP-Chef Guido Westerwelle lustig machte (queer.de berichtete). Die Liberalen kritisierten die "Schmutzkampagne" scharf. Auch die Landespartei der Linken distanzierte sich von den "schwulenfeindlichen und ehrverletzenden Äußerungen" ihres Kandidaten (queer.de berichtete). (dk)












