https://queer.de/?11948
- 25. März 2010 2 Min.
Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) verteidigt den Kompromiss zum Homo-Mahnmal in Berlin, wonach ein als Kurzfilm durch ein Sichtfenster gezeigter schwuler Kuss durch einen lesbischen ersetzt werden soll.
Am Montag hatten Leiter von KZ-Gedenkstätten und schwule Aktivisten diesen Kompromiss als "Verzerrung und Verfälschung der Geschichte" kritisiert (queer.de berichtete). Neumann erklärte nun, dass durch die Entfernung des mann-männlichen Kusses "keinesfalls eine Gleichsetzung von homosexuellen Männern und Frauen im Hinblick auf ihre Verfolgung im NS-Regime" beabsichtigt worden sei. Denn wissenschaftlich sei die Verfolgung lesbischer Frauen durch das NS-Regime in vergleichbarer Form wie bei homosexuellen Männern "nicht belegbar". Dies werde auch ausdrücklich auf der Erläuterungstafel am Denkmal so dargestellt.
Auch Lesben von NS-Diktatur verfolgt
Trotz dieser anderen Dimension wurden "auch die Freiheitsrechte lesbischer Frauen im ‚Dritten Reich' eingeschränkt, z.B. dadurch, dass man ihre Zeitschriften verbot", so Neumann. Der Bundestag habe dann eine durch die Frauenzeitschrift "Emma" ausgelöste Debatte aufgenommen und sich in Abstimmung mit den Künstlern darauf geeinigt, dass der Film alle zwei Jahre geändert werden soll und nach Absprache möglichst abwechselnd Männer und Frauen zeigen soll.
Tatsächlich wurde Anfang 2006 der schwule Kuss als integraler Bestandteil des Mahnmals genehmigt. Erst ein halbes Jahr später startete die "Emma" erfolgreich eine Kampagne gegen das Denkmal, die von den Künstlern Michael Elmgreen und Ingar Dragset als "populistische Attacke" kritisiert wurde (queer.de berichtete).
Der Film am Homo-Mahnmal soll aktuellen Planungen zufolge im Mai 2010 ausgewechselt werden. Er muss eine "gleichgeschlechtliche Kussszene" in Schwarz-Weiß enthalten und darf maximal zwei Minuten dauern. (dk)












