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  • 31. März 2010 61 2 Min.

Ein 20-jähriger aus Essen bloggt per Video auf YouTube. Er ist HIV-positiv und spricht darüber ganz offen.

Von Carsten Weidemann

HIV trifft die unterschiedlichsten Menschen, die ebenso unterschiedlich mit der Diagnose umgehen. Die einen ziehen sich erst einmal zurück, andere gehen in die Offensive. So wie der 20-jährige Marcel. "2.856 HIV-Neuinfektionen in 2009 und ich war eine davon", konstatiert der Essener und redet nun darüber in aller Offenheit wie Öffentlichkeit. Nicht nur bei seinen Freunden. Auch in seinem Blog, bei Twitter, im Facebook-Profil und seit kurzem nun auch auf YouTube. Marcel Mutig wäre ein passender Nickname für ihn, aber er bezeichnet sich lieber als der Vorstadtclown.

Youtube | Marcel klärt die "Schuldfrage" bei HIV

Warum der Weg nach draußen, nur wenige Monate nach seiner HIV-Diagnose? "Ich bin mir sicher, durch ein offenes Leben mit HIV, kann man Diskriminierung abbauen", erklärt er. Nur wenn man offen sei, würden Leute auch Fragen stellen. "Deshalb habe ich mich entschlossen diesen offenen Weg zu gehen um, zumindest in meinem Wirkungskreis, für Aufklärung zu sorgen!" Sein Wirkungskreis, das ist das World Wide Web, über das er nun zumindest den deutschsprachigen Teil der Welt erreicht. "HIV-Aufklärung 2.0" nennt er seinen Videokanal auf YouTube, über den er nun ebenso unaufgeregt wie eindringlich von seinen Erfahrungen berichtet.

Wie funktioniert das eigentlich genau mit dem HIV-Test? Wie sieht es in den Räumen einer Aids-Ambulanz aus? Nebenbei vermittelt er praktisches Wissen in leicht verständlichen Worten: "Die Helferzellen, das sind die Guten. Die HIV-Viren, das sind die Bösen". Besser kann man es nicht klar machen. "Ich kann mein Schicksal nicht ändern, aber ich kann mich mit ihm anfreunden und es so lenken", schreibt er in seiner Selbstdarstellung im Blog. Das ist Schicksalsergebenheit auf die positive Art. Er sei selbstbewusster geworden und nehme das Leben nicht mehr so ernst, rege sich nicht mehr über unnötige Sachen auf. "Dafür ist die Zeit zu kostbar" sagt Marcel, der 20-jährige mit Courage, von dem man mit Sicherheit noch mehr hören wird.

-w-

#1 seb1983
  • 31.03.2010, 13:50h
  • Gute Sache. Wenn es sowas mal in den Bio- oder Ethikunterricht einer Oberstufe schaffen würde, dann käme da auf jeden Fall eine interessante Diskussion raus. Besonders gibt es der abstrakten Sache HIV/Aids ein Gesicht und eine Stimme.
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#2 Jensi
  • 31.03.2010, 13:52hFrankfurt
  • Wer jetzt Schuld hat - wenn man das überhaut so schreiben kann - kann man in vielen Fällen auch nicht sagen.
    Im o.g. Fall hat der Betroffene ja auch eingesehn, er hat einen einmaligen Fehler gemacht.

    Es gibt dann aber natürlich auch Fälle, die zich mal ungeschützt Sex hatten, dadurch HIV bekommen haben: Nun aber eben nicht das ganze als Fehler sehen, sondern weiterhin ungeschützt mit anderen rummachen und diese anstecken.

    Ich persönlich kenne auch Leute mit HIV, bin aber ehrlich gesagt noch gar nicht auf die Idee gekommen zu fragen: wie, wann, warum? Es ist nunmal passiert und ich beurteile die Leute nach dem, wie sie momentan Leben.

    Wer Fehler wirklich einsieht, dem muss man verzeihen; Wer Fehler weiter macht, dem kann man ruhig mal den Kopf waschen.
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#3 vingtans
  • 31.03.2010, 14:25h
  • ich find toll was der typ macht...

    aber mir stellt sich ne andere frage..

    zitat ausm text : "HIV trifft die unterschiedlichsten Menschen, die ebenso unterschiedlich mit der Diagnose umgehen. "

    ist es denn wirklich so dass hiv in deutschland die unterschiedlichsten menschen trifft....oder ist es eher so das es einen bestimmten typen mensch,aus einer bestimmten risikogruppe (sprich der promiske szenengänger) trifft?..

    und wenn es eine bestimmte klischee risikogruppe gibt..was kann die die gegen hiv tun?!

    ich möchte nicht das meine denkanstöße disriminieren..aber ich denke es ist wert dass darüber nachgedacht wird!
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