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Einzelkommentar zu:
Aids-Tod eines Pornomodells


#56 DominicAnonym
  • 07.04.2010, 13:37h
  • Grundsätzlich stehen nur zwei Erkenntnisse fest: Erstens ist der junge Mann an einer Krankheit gestorben, die zusammen mit AIDS zum Tod geführt hat. Zweitens hat er schwule Pornofilme gedreht, unter anderen auch solche, in denen keine Kondome benutzt werden. Ob zwischen den beiden Punkten ein Zusammenhang besteht, ist keineswegs sicher, obgleich es selbstverständlich nicht abwegig ist, einen solchen herzustellen.
    Der private Lebenswandel von Chad ist nicht bekannt, Risikofaktoren könnten sich auch hier finden. Schliesslich ist anzunehmen, dass ein Pornodarsteller auch privat sexuelle Kontakte unterhält.
    Selbst wenn man annähme, er hätte sich während seiner Arbeit (und meiner Meinung nach ist Pornodarsteller ein Beruf wie übrigens auch die Tätigkeit eines sich prostituierenden Mannes - im Gegensatz zu der eines Drogendealers, was eine strafbare Handlung darstellt - wer das nicht anerkennt, geringschätzt die Arbeit und das Risiko eines Pornodarstellers) mit HIV angesteckt, ist damit noch nicht gesagt, dass er sich beim Dreh für einen Bareback-Streifen infiziert hat. Auch beim Dreh mit Kondomen ist ein Risiko nicht auszuschliessen, wird doch da ebenfalls Sperma in den Mund genommen. Interessant wäre jedoch zu erfahren, ob einer seiner damaligen Sexpartner, insbesondere bei Helix Studios, positiv auf HIV getestet worden ist. Ein negatives Resultat schlösse nämlich die Ansteckung anlässlich des Drehs bei Helix aus. Zu erwähnen ist noch, dass Helix verschiedene Unterstudios unterhält, wovon das bekannteste - 8teenboy - Filme nur mit Kondom dreht.
    Zusammenfassend kann man folglich festhalten, dass es nicht mehr als eine Vermutung ist, dass Chad sich beim Dreh von Bareback-Filmen mit HIV angesteckt hat.

    Zudem wehre ich mich gegen den Eindruck, dass Länder wie die Tschechische Republik als Lohndumping-Staaten bezeichnet werden und generell als Sündenböcke für die Verlierer der Globalisierung und Marktwirtschaft in Deutschland herhalten müssen. Tschechien und übrigens auch die benachbarte Slowakei stehen für junge, dynamische Märkte, von denen Deutschland noch einiges lernen könnte.
    Im Zusammenhang mit der Bareback-Problematik gilt es zu sagen, dass die HIV-Rate in diesen beiden Staaten keinesfalls mit derjenigen in den USA verglichen werden kann. Doch müssen die Produzenten beidseits des Atlantiks ihre Verantwortung wahrnehmen und die Darsteller aufklären und vor allen Dingen Gesundheitstests durchführen, egal, ob sie mit oder ohne Kondom drehen. Die Kosten dafür hat das Studio zu übernehmen. Deshalb müssen Pornokonsumenten auch bereit sein, für ihren Konsum zu bezahlen. Doch diese Bereitschaft hat in letzter Zeit nachgelassen, Pornografie ist omnipräsent und zum Teil gratis. Davon sollte man sich nicht täuschen lassen, die Zeche dafür zahlt immer jemand, das schwächste Glied in der Kette: die Models. In erster Linie müssen folglich die Konsumenten ihre ganz persönliche Verantwortung wahrnehmen. Wer Pornos anschaut, soll dafür auch etwas bezahlen, denn Qualität und Gesundheitsschutz kosten etwas, das gilt im besonderen Masse für die Bareback-Pornografie.
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