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- 13. April 2010 2 Min.
Leichen von mutmaßlichen Schwulen wurden im Senegal wiederholt ausgegraben und öffentlich lächerlich gemacht.
Wie die Nachrichtenagentur AP
meldet, sind mindestens vier Fälle aus den letzten zwei Jahren bekannt geworden. Demnach hat ein "wütender Mob" auf mehreren Friedhöfen im Land gewütet. So wird von der Ausgrabung eines Leichnams im Mai letzten Jahres berichtet, der angespuckt und schließlich vor dem Haus seiner Eltern abgeladen wurde. Dieser Fall ging schon damals durch die Presse (queer.de berichtete). "Wenn solche Dinge in einer bewährten Demokratie wie dem Senegal passieren, ist es erschreckend", erklärte Ryan Thoresen von der International Gay and Lesbian Human Rights Commission.
Dem Bericht zufolge gibt es derzeit eine regelrechte Hexenjagd auf Homosexuelle, obwohl der Senegal einst als "Modell der Toleranz" galt. Die Gegenreaktion ist zurückzuführen auf die Kampagne einer Zeitung im Jahr 2008, die Bilder von einer Homo-Hochzeit in Dakar zeigte. Daraufhin führte die Polizei eine Massenverhaftung durch (queer.de berichtete). Daraufhin kam es zu Protestaktionen religiöser Aktivisten im Land (queer.de berichtete).
Situation verschlechtert sich
Nach Angaben des britischen Homo-Aktivisten Peter Tatchell hat sich die Lage von Schwulen im schwarzen Kontinent verschlechtert: "In vielen Teilen Afrikas beobachten wir eine Zunahme der homophoben Gewalt", so Tatchell, dessen Organisation die Menschenrechtsentwicklung in Afrika verfolgt. "Das hat sich in den letzten zehn Jahren langsam entwickelt. Im letzten Jahr hat sich die Situation dann dramatisch verschlechtert."
Der westafrikanische Staat Senegal hat rund 14 Millionen Einwohner, von denen 95 Prozent Muslime sind. Der Senegal ist einer der wenigen frankophonen Länder, die gegen Schwule vorgehen. Homosexualität ist nach Paragraf 319 des Strafgesetzbuches verboten und wird mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft. (dk)















Das muss ich erstmal sacken lassen.