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- 14. April 2010 2 Min.
Homo-Aktivisten bezeichnen die Gleichsetzung von Pädophilie und Homosexualität durch den Vatikan als "Gipfel der Verlogenheit" – derweil macht ein früherer italienischer Bischof Juden für Kindesmisshandlungen verantwortlich.
Kardinal Tarcisio Bertone, der nach Papst Benedikt XVI. zweitwichtigste vatikanische Politiker, hatte in einer Pressekonferenz behauptet, dass die Missbrauchsfälle mit der Homosexualität von Priestern zusammenhingen (queer.de berichtete). Der Lesben- und Schwulenverband sieht nach diesen Beschuldigungen Anzeichen dafür, dass sich katholische Geschichte wiederholt: "Statt die Verantwortung für die jahrzehntelange Vertuschung des sexuellen Missbrauchs zu übernehmen und den Weg der Aufklärung zu gehen, versucht Bertone eine andere Gruppe für schuldig zu sprechen – die Wahl fiel auf die Homosexuellen. Ist das der Marschbefehl für eine neue Hexenjagd?", erklärte LSVD-Sprecher Axel Hochrein.
Als eine Art Regierungschef des Vatikans sei "dieser Mann der Vertuschung und Ablenkung" eine Fehlbesetzung: "Statt der Nächstenliebe sieht er sich der Diskriminierung verpflichtet, statt wirksam am zukünftigen Schutz der Kinder mitzuwirken, sät er Hass und predigt die Unwahrheit." Damit mache sich die katholische Kirche mitschuldig an Menschrechtsverletzungen an Schwulen und Lesben.
Volker Beck wehrt sich gegen „Hasspredigt“
Der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck forderte eine Entschuldigung des Vatikans und ein Eingreifen der Deutschen Bischofskonferenz: "Offensichtlich versucht Kardinalstaatssekretär Bertone mit seinem Angriff auf Homosexuelle von eigenem Fehlverhalten bei der Aufklärung von Missbrauchsfällen abzulenken", so der Kölner Bundestagsabgeordnete. Derlei "Hasspredigten" dürfe die Kirche nicht dulden.
Feinde der Katholiken: Schwule, Juden, Freimaurer?
Neben Schwulen macht zumindest ein hochrangiger Katholik auch die Juden für den Missbrauchsskandal verantwortlich. In einem Interview mit der italienischen Internetseite "Pontifex" hat der frühere Bischof Giacomo Babini am Wochenende den Missbrauchsskandal als "zionistischen Angriff" bezeichnet. Freimaurer und Juden sind nach Ansicht des 81-Jährigen die "natürlichen Feinde" der katholischen Kirche. Historisch gesehen seien Juden zudem "Gottesmörder". Die italienische Bischofskonferenz verbreitete später eine Presseerklärung, in der sich Babini von seinen Äußerungen distanzierte. (dk)















Anstatt schonungslos aufzuklären und endlich die jahrzehntelange Vertuschung von Missbrauchsfällen in Deutschland, in Irland und in den USA zu beenden, verwischt er sehr bewusst die Ursachen des Kindesmissbrauchs in der Katholischen Kirche.
Gut das ich diesen verlogenen rechtskonservativen, von alten Männern beherrschten hierarchischen Verein vor vielen Jahren bereits verlassen habe und nunmehr Mitglied einer Landeskirche in der EKD bin.
Bischöfin Jepsen aus Hamburg hat in Berlin letztes Wochenende auf dem LSVD-Empfang eine sehr gute Rede gehalten...
ABER was da Bertone oder in Deutschland Bischof Overbeck bei Anne Will äußern, ist das Gegenteil von christlicher Nächstenliebe und zeigt mit wieviel Arroganz, Heuchelei und Machtstreben hier katholische Würdenträger agieren.
Da kann ich nur noch sagen: es gibt bessere Kirchen für Christen (Lutheraner, Reformierte, Uniierte, Anglikaner, Altkatholiken). Und wer kein Christ sein mag, der sollte auch schleunigst ganz austreten.