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  • 14. April 2010 100 2 Min.

Nach empörten Reaktionen auf den von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone proklamierten Zusammenhang zwischen Homosexualität und Pädophilie rudert der Vatikan zurück – zumindest ein bisschen.

"Kirchliche Würdenträger betrachten es nicht als Teil ihrer Verantwortung, allgemeine Aussagen psychologischer oder medizinischer Art zu machen", erklärte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi. Dennoch will der Heilige Stuhl offenbar nicht völlig von der These des Schwulen als Kinderschänder abrücken: Denn Lombardi deutete an, dass Bertone zwar nicht über eine Verbindung zwischen Homosexualität und Kindesmissbrauch in der Gesellschaft gesprochen habe; innerkirchlich sei dieser Zusammenhang laut interner Daten aber gegeben.

Der 67-jährige Pater zitierte deshalb statistisches Material, das von der Glaubenskongregation herausgegeben wurde, die bis 2005 von Joseph Ratzinger geleitet wurde: Demnach seien nur zehn Prozent der Missbrauchsfälle innerhalb der Kirche Pädophilie im engen Sinne; 90 Prozent seien aber Fälle von Ephebophilie, also von der Vorliebe zu Jugendlichen zwischen ungefähr 13 und 19 Jahren, nicht zu Kindern. Zwei Drittel dieser Fälle richteten sich auf Jungs, nur ein Drittel auf Mädchen. Daher betonte Lombardi, dass er sich nicht von den Äußerungen Bertones distanziere, sondern sie lediglich klarstelle.

Zuvor hatten Homo-Aktivisten weltweit gegen die Äußerungen Bertones protestiert. Der LSVD befürchtete sogar eine neue "Hexenjagd" (queer.de berichtete). Frankreich hat als erster Staat erklärt, der Standpunkt des Kardinalstaatssekretärs sei "nicht hinnehmbar". Außenamtssprecher Bernard Valero stellte klar, dass seine Regierung entschlossen gegen "Diskriminierung und Vorurteile" aufgrund der sexuellen Ausrichtung kämpfe.

Im Jahr 2008 hatte Papst Benedikt XVI. noch erklärt, dass Pädophilie etwas anderes als Homosexualität sei (queer.de berichtete). Damals war der katholische Missbrauchsskandal allerdings noch weitgehend auf die USA beschränkt. Heute fühlt die Kirche die Auswirkungen weltweit, auch in Deutschland: So berichtet die "Südwest-Presse", dass sich in den baden-württembergischen Bistümern Freiburg und Rottenburg-Stuttgart die Austrittszahlen gegenüber dem März 2009 verdreifacht haben – und selbst damals wurden wegen der Affäre um die Anerkennung der Pius-Bruderschaft und die Leugnung des Holocausts durch ihren Bischof Williamson schon extrem viele Austritte gezählt. Es ist wahrscheinlich, dass dieser Trend im gesamten Bundesgebiet zu beobachten ist. (dk)

-w-

#1 CarstenFfm
  • 14.04.2010, 19:35h
  • "Demnach seien nur zehn Prozent der Missbrauchsfälle innerhalb der Kirche Pädophilie im engen Sinne; 90 Prozent seien aber Fälle von Ephebophilie, also von der Vorliebe zu Jugendlichen zwischen ungefähr 13 und 19 Jahren, nicht zu Kindern."

    Aha... und deshalb hat der Vatikan wohl das niedrigste Schutzalter in Europa: 12 Jahre
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#2 PierreAnonym
  • 14.04.2010, 19:42h
  • Ephebophilie, also von der Vorliebe zu Jugendlichen zwischen ungefähr 13 und 19 Jahren...
    Man merkt jetzt, wie fließend nun die Grenzen werden. Wer jetzt also Sex mit einem 16-19jährigen hat, ist also ephebophil. Also so etwas wie pädophil... nur ein bischen anders.
    Hoffentlich fällt bald jetzt jedem Dummen auf, dass die Missbrauchsdebatte letztlich nicht nur Kinder im klassischen Sinne meint, sondern alles, was schon Haare am Sack hat bis 19 aufwärts.
    Wenn das so weiter geht, dann wird Homosexualität auch wieder strafbar.
    Die Hetz- und Outingskandale, die derzeit ablaufen (auch wenn sie doe katholische Kirche zum Ziel haben), ist ein Fanatismus, der gefährlich aus dem Ruder läuft. Wohlgemerkt: Keine kan für Sex mit und MIssbrauch von Kindern sein. Aber alles, was über 14 Jahre ist, sind nunmal keine Kinder mehr.
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#3 KatholenbasherAnonym
  • 14.04.2010, 19:52h
  • Der Ruf der Katholischen Kirche ist durch dieses bigotte Pädophilenpack auf Jahrtausende ruiniert! Da hilft auch kein Zurückrudern mehr!
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