https://queer.de/?12033
- 15. April 2010 1 Min.
Das oberste Verfassungsgericht in Italien hat das Eheverbot für Schwule und Lesben in Italien aufrecht erhalten.
Drei gleichgeschlechtliche Paare hatten geklagt, nachdem sie in Trient und Venedig versucht hatten, auf dem Standesamt zu heiraten. Die Paare hatten sich dabei auf den Gleichheitsgrundsatz in der italienischen Verfassung berufen. Das Verfassungsgericht in Rom hat die Anträge aber als "unzulässig" und "unbegründet" zurückgewiesen. Eine genaue Urteilsbegründung will das Gericht in den nächsten Tagen bekannt geben.
Italien ist das einzige Gründungsmitglied der Europäischen Gemeinschaft, das Schwulen und Lesben weder eingetragene Partnerschaften noch die Ehe anbietet. Homo-Paare werden dort stets wie Fremde behandelt. Ein Versuch von Ministerpräsident Romano Prodi im Jahre 2007, eingetragene Partnerschaften einzuführen, ist an Widerständen innerhalb seiner Mitte-Links-Koalition gescheitert (queer.de berichtete). Die gegenwärtige Mitte-Rechts-Koalition von Ministerpräsident Silvio Berlusconi lehnt jegliche Anerkennung von Homo-Paaren kategorisch ab.
Den meisten Widerstand leistete die katholische Kirche, die in Italien einen großen Einfluss auf die Politik ausübt. In der Auseinandersetzung um die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben bezeichnete die katholische Kirche die Homo-Ehe schlicht als "böse" (queer.de berichtete). (dk)















Schon erstaunlich, wie widersprüchlich damit die Entscheidung in Rom ist.
Einst war Italien zu Beginn des 20. Jhd. eines der liberalsten Länder für homosexuelle Menschen und homosexuelle Deutsche "flohen" nach Capri, um dort besser leben zu können.
Heute schaut dies anders aus: selbst das katholische Irland führt dieses Jahr die Lebenspartnerschaft ein und das katholische Portugal öffnet sogar die Ehe.
Unter Berlusconis Wirken ist Italien total korrupt geworden und gesellschaftlich abgestiegen.
Interessant ist aber, das nur noch vier rein katholische Länder "zurückhängen" in der Gleichstellung (Italien, Malta, Polen und Litauen sowie die Ministaaten Monacco und San Marino). Die anderen katholischen Länder Europas (Spanien, Portugal, Andorra, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Österreich, Ungarn, Kroatien und Slowenien) haben mittlerweile die Ehe geöffnet oder zumindest die Lebenspartnerschaft ("Civil union"; PACS) eingeführt.
Fortschritte in Italien erwarte ich leider erstmal nicht, da die linke Opposition in Italien total chaotisch agiert und so Berlusconi das Regieren sehr leicht macht...leider
Und das Urteil aus Rom ist natürlich vollkommen daneben...