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  • 19. April 2010 18 2 Min.

Mit der Parade im südbadischen Lörrach wurde am Samstag die diesjährige CSD-Saison in Deutschland eröffnet.

Der CSD Südwest, der jedes Jahr in einer anderen baden-württembergischen Stadt ausgetragen wird, stand 2010 unter dem Motto "Im Gedenken an §175 - Liebe ohne (Vor)Urteil!". Bei strahlendem Sonnenschein nahmen rund 200 Schwule und Lesben an der Parade am Samstag teil. Auch einige Prominente sind in das 48.000-Einwohner-Städtchen ans Dreiländereck gekommen, darunter die Entertainerin Lilo Wanders ("Wa(h)re Liebe") sowie der Sänger Stephan Runge ("Der geilste Arsch der Welt").

Nicht wie vorhergesehen am CSD teilnehmen konnte dagegen der Grünenvorsitzende Cem Özdemir, der wegen der Aschewolke nach dem Vulkanausbruch in Island keinen Flug bekam. Laut der "Badischen Zeitung" gab es nur einen "kleinen Zwischenfall", als rechte Jugendliche in der Grabenstraße Eier auf Paradeteilnehmer warfen. Nach Polizeiangaben führten die mutmaßlichen Täter auch "Maskierungsmittel" mit sich und waren mit Pfefferspray, Tränengas und einem Hammerstiel bewaffnet. Drei von ihnen konnten aufgrund von Zeugenaussagen festgenommen werden. Ein vierter Jugendlicher stellte sich am Nachmittag der Lörracher Polizei. Die mutmaßlichen Eierwerfer sind 17 und 18 Jahre alt.

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Die nächsten CSDs finden nun in Düsseldorf (4.-6. Juni), Dresden (6.-13. Juni) und Regensburg (12. Juni) statt. Die großen CSDs fordern dieses Jahr in ihren Mottos gleiche Rechte, ohne auf ein bestimmtes Thema wie die Ehe-Öffnung oder die Aufnahme des Merkmals "sexuelle Identität" ins Grundgesetz einzugehen. So weist der CSD Stuttgart mit Schön wär’s darauf hin, dass die Gleichstellung trotz zahlreicher Fortschritte in den letzten Jahrzehnten immer noch nicht erreicht worden ist. Der CSD Hamburg wünscht sich Gleiche Rechte statt Blumen und der CSD Köln will mit Stolz bewegt gegen den Stillstand bei Homo-Rechten ankämpfen. (dk)

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-w-

#1 Liedel
  • 19.04.2010, 15:36h
  • "Auch der Schirmherr und lokale Landtagsabgeordnete Rainer Stickelberger (SPD) merkte kritisch an, dass Baden Württemberg insgesamt, was die in Lörrach zu spürende Toleranz angehe, große Rückstände aufweise. So stünde im neuen Beamten-Dienstrecht kein Wort über die Gleichstellung Homosexueller. Diesbezüglich sei sogar Bayern einen Schritt voraus. (...) Wolfgang Erichsen, schwuler Bürgermeister von Heidelberg (Bündnis 90/ Die Grünen), der in seiner Stadt im Standesamt verpartnert, bezeichnete Baden-Württemberg "mit einem homophoben Ministerpräsidenten" an der Spitze denn auch als "letzte Insel der konservativen Glückseligkeit". Wie alle anderen Redner forderte er, endlich den Artikel 3 des Grundgesetzes zu ändern und auch die sexuelle Orientierung eines Menschen unter den Schutz des Grundgesetzes zu stellen."

    www.badische-zeitung.de/loerrach/csd-in-loerrach-botschaft-u
    nterm-regenbogen--29840754.html
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#2 eMANcipation*Anonym
  • 19.04.2010, 16:30h
  • Aktueller Hinweis, weil's so gut zum historisch-politischen Kontext passt:

    Bin gerade im Internet auf eine Radio-Werbung zu dem neuen Film "Kick Ass" von Universal Pictures gestoßen, in dem "schwul" wieder einmal ganz dreist als Schimpfwort verwendet wird.

    Wörtlich heißt es da:

    Ist dir Film X zu ... (negatives Attribut Nr. 1)

    ist dir Film Y zu ... (negatives Attribut Nr. 2)

    ...

    und ist dir Batman zu schwul,

    dann...

    Es ist eine Frechheit und ein Skandal, dass in einer Werbung, die sich vor allem an die junge Zielgruppe richtet, in dieser abfälligen Weise mit der homosexuellen Identität von Menschen umgegangen wird.

    Gleichzeitig wird damit gesagt, dass schwule Jungs und Männer sich offensichtlich nicht für diesen Film interessieren dürfen / sollen.

    Vielleicht hakt queer.de auch mal nach, wer genau für diesen Spot verantwortlich zeichnet?!

    movies.universal-pictures-international-germany.de/kickass/
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#3 Timm JohannesAnonym
  • 19.04.2010, 18:37h
  • Mittlerweile hat Baden-Württemberg den letzten Platz in der homopolitischen Gleichstellung in Deutschland erreicht. Selbst Bayern hat Baden-Württemberg mittlerweile überholt.

    Auch auf dem LSVD-Empfang in der baden-württembergischen Landesvertretung wurde dies entsprechend aufgegriffen.

    Übrigens hat es Niedersachsen jetzt fast geschafft und zieht mit Hessen dann in der Gleichstellung des Landesrechtes gleich. Die Anhörung zum Regierungsgesetzentwurf der Gleichstellung ist nächte Woche im Landtag.
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