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Der bolivianische Präsident Evo Morales hat erklärt, hormonbehandeltes Hähnchenfleisch weckt bei Männer das Interesse am gleichen Geschlecht – Homo-Aktivisten kritisieren die Äußerungen als "homophob".

Morales hat beim alternativen Klimagipfel im bolivianischen Cochabamba erklärt, dass Fleischproduzenten Hühnchen mit weiblichen Hormonen spritzen würden, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Wenn junge Mädchen dieses Fleisch äßen, würden sich ihre Brüste früher entwickeln. Noch schlimmer ist nach Ansicht des 50-jährigen Sozialisten das Ergebnis bei Männern: Diese würden nach Chicken-Nuggets-Genuss "sexuelle Abweichungen" erfahren und ihre Maskulinität verlieren - also zum Schwulen mutieren.

Auch mit der europäischen Küche hat der Präsident ein Hühnchen zu rupfen: Diese führe zu Haarausfall, erklärte er und nannte als Gefahr insbesondere genmanipulierte Kartoffeln. In 50 Jahren könnte so jeder eine Glatze haben, vermutet Morales. Gleich nach der Äußerungen protestierte Brasilien gegen die These des Präsidenten; das bevölkerungsreichste Land Südamerikas ist der größte Kartoffelexporteur der Welt.

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Schwul-lesbische Gruppen zeigten sich weltweit entrüstet über den Staatschef: "Es ist doch absurd zu glauben, dass hormonhaltiges Hühnchen die sexuelle Ausrichtung einer Person verändern kann", sagte César Cigliutti von der Organisation Comunidad Homosexual Argentina (CHA). "Ist es dann auch so, dass wir Schwule wieder in Heterosexuelle zurückverwandeln können, wenn wir einem Huhn männliche Hormone injizieren?".

Antonio Poveda von der spanischen Homo-Gruppe FELGTB erklärte, dass Morales mit seinen Äußerungen den Hass gegen Homosexuelle schüre. Er kritisierte zudem, dass Schwule und Lesben in Bolivien "praktisch keine Rechte" hätten.

Tatsächlich verbietet die bolivianische Verfassung sowohl die Ehe-Öffnung als auch eingetragene Partnerschaften. Immerhin ist dort festgehalten, dass Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung ebenfalls nicht gestattet ist. Außer in den großen Städten ist Homosexualität in Bolivien ein Tabu-Thema.

Evo Morales ist seit 2006 Präsident des elf Millionen Einwohner zählenden Staates. Er setzte sich vor allem für die Verstaatlichung von Schlüsselindustrien ein. Als sein Vorbild nannte er wiederholt den kubanischen Diktator Fidel Castro – immerhin ein Politiker, der jahrzehntelang Schwule brutal verfolgen ließ. (dk)

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#1 Fozzy_Bear
  • 22.04.2010, 16:43h
  • Hm, na denn. da weiß ich jetzt wenigstens warum ich schwul bin und bei mir schon mit 29 der Haaransatz zurück ging:
    Meine Mutter hat mir als Kind zuviel von diesem behandelten Hühnchenfleisch gegeben....

    Oh man, ich frag mich echt was der eingenommen hat. Auf jeden Fall wars nicht die richtige Dosierung!
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#2 LorenEhemaliges Profil
  • 22.04.2010, 16:51h
  • Auch für Morales gilt:
    Erst informieren, dann nachdenken und danach reden. Und wenn man keine Ahnung hat: Schweigen.
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#3 XDAAnonym
  • 22.04.2010, 17:18h
  • Antwort auf #2 von Loren
  • Na sagen wir mal so. Vielleicht stimmt das ja sogar. Wie die Hormone auf den Körper und die Psyche wirken ist ja nicht wirklich bis ins Detail erforscht. Von daher könnte es durchaus denkbar sein. Die weiblichen Hormone im Leitungswasser wirken sich z.B. negativ auf die Zeugungsfähigkeit aus - also könnten sie vielleicht sich auch auf die Entwicklung der Sexualität auswirken.

    Vielleicht weiß man in 50 Jahren mehr darüber.
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