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- 28. April 2010 2 Min.
Mit einem Safer-Sex-Video hat sich der amerikanische Pornostar Brent Corrigan für seine kondomfreien Filme entschuldigt.
Für die Washingtoner Gruppe DC FUK!T zeigt der 23-Jährige in einem auf zwei Minuten zusammengeschnittenen Film, worauf es Kondomgebrauch ankommt ("Öffne die Kondomverpackung nie mit den Zähnen"). Das Video soll sich vor allem an Jugendliche in ländlichen Regionen richten, die über Aids-Hilfen nur schwer zu erreichen sind. Bereits zuvor hatte der Pornodarsteller Matthew Rush für die Aids-Gruppe ein Safer-Sex-Video erstellt.
"Auch wenn Herr Corrigan zunächst als Teenager in Bareback-Filmen gespielt hat, ist er in letzter Zeit mehr und mehr zum Fürsprecher von Safer Sex geworden"; erklärte DC FUK!T in einer Pressemitteilung. Corrigan habe wiederholt seine frühen "risikoreichen" Filme bedauert. "Wir glauben, dass Brents Einsicht, dass er als Jugendlicher einen Fehler gemacht hat, ihn zu einem großartigen Sprecher und Vorbild für unser Anliegen machen. Das ist wichtig in einer Zeit, in denen Bareback-Pornos und HIV leider eine Renaissance erleben."
Brent Corrigan wurde 1986 als Sean Lockhart in Idaho geboren und begann seine Pornokarriere als 17-Jähriger für das Label Cobra Video ("Every Poolboy's Dream"). Er gab später an, er habe seine Papiere gefälscht, um schon vor seiner Volljährigkeit vor der Kamera stehen zu können. Offenbar war das bei diesem Label jedoch gang und gäbe. In einem Interview aus dem Jahr 2008 erklärte Corrigan: "Ich habe damals Barebacking gemacht, weil ich dachte, dass der Produzent mich ‚schützt', indem er mich mit HIV-negativen Filmpartnern zusammenbringt. Ich hatte Glück, dass ich da lebend und HIV-negativ herauskam." Später arbeitete er für andere Labels wie Falcon und gewann im vergangenen Jahr den GayVN-Award als "Best Bottom". Zudem trat er auch in Spielfilmen auf: So stellte er eine männliche Meerjungfrau in "Another Gay Sequel" dar und erhielt eine Statistenrolle in Gus van Sants oscarprämierten "Milk".
Das Safer-Sex-Video und die Website von DC FUK!T darf queer.de wegen des deutschen Jugendschutzgesetzes nicht verlinken. In den in dieser Frage liberaleren Vereinigten Staaten werden solche Webseiten, die auch erigierte Penisse zeigen, dagegen von der Verfassung geschützt; darin ist die freie Meinungsäußerung garantiert.
Mehr zum Thema:
» Aids-Tod eines Pornomodells (05.04.2010)















"In den liberalen Vereinigten Staaten ...". Das mag man hinsichtlich der Meinungsfreiheit vielleicht schreiben, ja, aber sonst???
Und dass Pornoproduzenten "Neulinge" vor HIV/AIDS schützen wollen klingt aus seinem Mund zwar süß, aber hallo?
In der Branche gehts um Kohle, nix anderes. Vielleicht sollte Mister Corrigan das mal deutlicher sagen, anstatt diese "Mein-Name-ist-Hase-ich-weiß/wusste-von nix"- Nummer zu schieben.
Schon leicht peinlich