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- 30. April 2010 2 Min.
Gerettet ist TIMM zwar noch nicht, allerdings müssen Schwule im Mai (noch) nicht auf den insolventen Berliner Privatsender verzichten.
Wie der Branchendienst DWDL berichtet, erhält der 24-Stunden-Sender noch eine "Gnadenfrist" bis Ende Mai. Seit der Insolvenz der Muttgesellschaft DFW Deutsche Fernsehwerke GmbH im Januar hangelt sich der Kanal von Monat zu Monat. Mitte Mai wird die Gläubigerversammlung zusammentreffen, um über die Zukunft zu entscheiden.
TIMM-Geschäftsführer Frank Lukas äußert sich gegenüber queer.de vorsichtig optimistisch über die Zukunft seines Ziehkindes, allerdings seien noch keine Entscheidungen gefallen. Derzeit würden unterschiedliche Angebote geprüft. So wird offenbar über Konzeptänderungen nachgedacht, etwa die Umwandlung in einen Pay-TV-Kanal. Derzeit wird TIMM als rein werbefinanzierter Privatsender in die meisten deutschen Kabelnetze eingespeist.
Kritik an TIMM äußerte kürzlich ein Staaatsrechtler, weil sich nur wenige Monate vor der Insolvenz die staatlichen Kreditanstalten NRW-Bank und Investionsbank Berlin (IBB) am Sender beteiligten (queer.de berichtete). Professor Ulrich Battis von der Berliner Humboldt-Universität erklärte im "Tagesspiegel", dass die Staatsferne von TIMM gefährdet sein könne. Die Staatsfreiheit des Rundfunks ist im Grundgesetz garantiert. Sie sei aber im Falle des Schwulensenders beeinträchtigt, "wenn der Staat – und sei es über eine Tochtergesellschaft – sich am Kapital eines solchen Senders beteiligt", so Battis. Die Investionsbank argumentiert dagegen, sie wolle mit ihrem Engagement den Medienstandort Berlin stärken.
TIMM startete am 1. November 2008 als Free-TV-Sender; also gerade, als die Wirtschaftskrise Deutschland erreichte und der Werbemarkt einbrach. Als Verbreitungsweg setzte TIMM zunächst auch auf den digitalen Satellitenempfang, musste die Verbreitung wegen der hohen Kosten aber einstellen. Derzeit ist der Sender über Kabel und den Internetdienst Zattoo kostenlos zu empfangen. TIMM zeigt altbekannte britische und amerikanische Produktionen wie "Absolutely Fabulous", aber auch deutsche Erstausstrahlungen wie "Mile High" oder "Strangers with Candy". Auch die Casting-Show "RuPaul's Drag Race" wurde hier erstmals in Deutschland gezeigt (queer.de berichtete). Dazu produzierte die GmbH Shows wie "TIMMousine" oder die Dating-Show "Mancheck", sowie Kurznachrichten. Bereits im Mai letzten Jahres sah es beim Sender düster aus, als er sich von 25 freien und festen Mitarbeitern trennte (queer.de berichtete). (dk)
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