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- 04. Mai 2010 2 Min.
In Ägypten ist ein Auftrittsverbot für Elton John ausgesprochen worden. Schuld sind angeblich die Äußerungen des 63-Jährigen über die biblische Figur Jesus.
Die ägyptische Musikergewerkschaft hat ein für den 18. Mai geplantes Privatkonzert untersagt, weil der britische Sänger "kontroverse Aussagen gegen die Religion" gemacht hätte, wie Gewerkschatschef Mounir al-Wasimi gegenüber der Nachrichtenagentur dpa erklärte. Al-Wasimi bezieht sich dabei auf ein Interview aus dem Februar; Elton John Jesus bezeichnet Jesus darin als "mitfühlenden, superintelligenten Schwulen, der menschliche Probleme verstanden hat" (queer.de berichtete).
"Wie können wir einem Schwulen einen Auftritt erlauben, der Religionen verbieten will, den Propheten Isa (arabisch für Jesus, Red.) als schwul bezeichnet und verlangt, dass Schwule im Nahen Osten sexuelle Freiheiten haben sollen", fragt al-Wasimi. Im Koran ist Jesus unter dem Namen Isa ibn Maryam einer der Propehten Allahs, gilt aber nicht wie unter Christen als Sohn Gottes.
Al-Wasimi erklärte, er habe bereits andere Behörden über das Verbot informiert. Er fügte an, dass nur seine Gewerkschaft Auftritte von ausländischen Sängern in Ägypten gestatten könne.
In Ägypten ist Homosexualität zwar nicht direkt strafbar, Schwule werden allerdings mit Hilfe von Gummiparagrafen verurteilt. Ihnen wird zur Last gelegt, dass sie die öffentliche Ordnung gefährdeten oder sich der "moralischen Verdorbenheit" oder "der Verletzung der Lehren der Religion" schuldig gemacht hätten. Der spektakulärste Massenprozess ereignete sich 2001, als die Polizei 52 Männer auf einer Party verhaftete. 23 von ihnen wurden trotz internationaler Proteste zu Haftstrafen und Zwangsarbeit verurteilt. In der ägyptischen Gesellschaft ist Homosexualität ein Tabuthema, das oft mit dem "dekadenten" Westen in Zusammenhang gebracht wird. (dk)














