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  • 05. Mai 2010 14 2 Min.

Die Abgeordnetenkammer in Buenos Aires hat am Dienstagabend der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben zugestimmt - nun geht der Gesetzentwurf an den Senat.

Nach einer rund zwölfstündigen Debatte stimmten 129 Abgeordnete für die Gleichbehandlung im Eherecht, 105 Parlamentarier votierten dagegen. Es gab sechs Enthaltungen. Die Gesetzesänderung geht auf Initiativen der Sozialisten und der Unterstützern der peronistischen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner zurück. Das aus 43 Artikeln bestehende Gesetz würde insgesamt 34 Änderungen im Zivilgesetzbuch bewirken.

Nun wird das Gesetz an den Senat weitergeleitet, wo eine Mehrheit für die Ehe-Öffnung gegenwärtig fraglich ist. Kirchners Mitte-Links-Block verfügt in dieser Länderkammer nur über 35 Sitze, die Opposition aber über 37. Da aber rund zwei Dutzend Parteien vertreten sind, hoffen Ehe-Befürworter, den einen oder anderen unabhängigen Senatoren noch überzeugen zu können.

María Rachid, Chefin der Federación local de Gays y Lesbianas, erklärte nach der Abstimmung, dass ihre Gruppe hofft, mit dem Senat genauso gut zusammenarbeiten zu können wie mit der Abgeordnetenkammer. "Wir sind erstmal sehr glücklich, weil bislang noch nie ein lateinamerikanisches Parlament der Ehe-Öffnung zugestimmt hat", so Rachid.

Opposition: Homosexuelle "bevorzugt"

Gegner des Gesetzes werfen Homo-Aktivisten Einschüchterung vor. So erklärte Cynthia Hotton von der rechtsgerichteten Kleinpartei "Werte für mein Land", dass sie wegen ihrer politischen Position "Todesdrohungen" erhalten habe. Sie erklärte: "Ich werde weiterhin die Ehe zwischen Mann und Frau verteidigen und bin sicher, dass ich damit Millionen über Millionen von Menschen repräsentiere". Würde das Gesetz in Kraft treten, wäre Homosexuelle nicht gleichberechtigt, sondern würden bevorzugt gegenüber Heterosexuellen behandelt, glaubt Hotton. Als Beispiel nannte sie das Adoptionsrecht: Hier besteht normalerweise eine Wartezeit von drei Jahren, die nur aufgehoben wird, wenn das Paar unfruchtbar wird. Da schwule und lesbische Paare sich nicht von sich aus fortpflanzen würden, müssten sie die Wartezeit nicht in Anspruch nehmen und nähmen so "traditionellen Familien" die Kinder weg.

Homo-Aktivisten in Argentinien haben in den letzten Monaten ihre Kampagnen für die Ehe-Öffnung verstärkt. Im ganzen Land beantragten Homo-Paare in Standesämtern die Eheschließung. Sie argumentierten, dass die argentinische Verfassung ihnen das Recht auf Ehe garantiere. Zuletzt annullierten Richter derartige Ehen (queer.de berichtete), die Aktivisten wollen allerdings bis zum Verfassungsgericht ihr Recht einklagen.

Legale Eheschließungen für Schwule und Lesben gibt es bislang nur im Nordteil des Kontinents: Neben Kanada haben auch fünf US-Bundesstaaten sowie die Hauptstädte der USA und Mexikos die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet. (dk)

-w-

#1 Gonnar KammAnonym
  • 05.05.2010, 13:20h
  • ...Positive reactions from across Latin America to Ricky Martin officially announcing his homosexuality are also widely seen as progressive.....

    ...However, there is still long way to go before total equality is achieved. In Argentina, it was announced today that Castillo and Arévalo’s wedding has been annulled, and the legality of the other gay weddings in the country are being disputed. In a continent dominated by the Catholic Church, whose staunch opposition to homosexuality is well known, this is just one of a number of challenges to be faced. With high-profile cases of violence against homosexuals being reported in Mexico and Argentina, and the expulsion of a gay officer from the Brazilian military, the fight is certainly not over yet...

    ....Opposition to gay rights can also be found in the armies of many Latin American nations: last month in Brazil Lieutenant Cornel Osvaldo Brandao Sayd was discharged from the military for having a relationship with another man. According to the Superior Military Tribunal (STM), his relationship, “caused negative reactions” in public opinion, that were “incompatible with military decorum.” Despite the fact the judgement was condemned by the Attorney General of Military Justice as “discriminatory”, it has not been overturned...

    www.theargentimes.com/currentaffairs/newsfromlatinamerica/ch
    ange-gonna-come-gay-rights-in-latin-america-/
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#2 !Anonym
#3 dummfugAnonym
  • 05.05.2010, 14:11h
  • Antwort auf #2 von !
  • Na, gerade für Schüler sollte das doch eine schöne Aufgabe sein, etwas englisches zu lesen und zu übersetzen!

    ... positive Reaktionen aus ganz Latein-Amerika zu Ricky Martins offizieller Bekanntgabe seiner Homosexualität werden weithin als fortschrittlich angesehen...

    ... Aber, es ist immer noch ein weiter Weg bis völlige Gleichheit erreicht ist. In Argentinien, wo heute angekündigt wurde, das die Ehe von Castillo und Arévalo annuliert wurde sind die anderen schwulen Ehen strittig. In einem Kontinent, der durch die katholische Kirche dominiert wird und deren beständige Gegnerschaft der Homosexualität gut bekannt ist, ist dies nur eins von vielen Herausforderungen mit denen man konfrontiert ist. Bei den ausserordentlich vielen Fällen von Gewalt gegen Homosexuelle wie sie in Mexico und Argentinien berichtet werden und der Ausweisung eines schwulen Offiziers aus der Brazilianischen Armee ist der Kampf bestimmt noch nicht beendet...

    Wiederstände gegen Rechte von Schwulen findet man in den Armeen vieler Latein-amerikanischer Nationen: Letzten Monat wurde in Brazilien Leutnant Cornel Osvaldo Brandao Sayd aus dem Militär entlassen weil er eine Beziehung zu einem anderen Mann hatte. Bezugnehmend zum Superior Military Tribunal (Oberstes Militärgericht) würde seine Beziehung "negative Reaktionen hervorrufen" in der öffentlichen Meinung, welche "unvereinbar mit militärischen Anstand" wären. Ungeachtet der Tatsache das das Urteil verurteilt wurde vom militärischen Generalanwalt als "diskriminierend", wurde es nicht außer Kraft gesetzt...

    (mehr sinngemäß, bitte nicht auf die Goldwaage legen!)
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