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  • 05. Mai 2010 28 3 Min.

Der amerikanische Baptisten-Pfarrer George Rekers will in seiner Ex-Gay-Gruppe eigentlich Schwule "heilen", ist aber jetzt mit einem jungen Stricher durch Europa gereist.

Rekers gilt als einer der aktivsten Lobbyisten gegen Homo-Rechte: Der frühere Chef der psychologischen Fakultät der University of South Carolina ist Mitbegründer der Lobbygruppe Family Research Council, die fast ausschließlich gegen Homosexualität und Abtreibung Stimmung macht. Außerdem engagiert er sich in der National Association for Research & Therapy of Homosexuality (NARTH), die sich die Umerziehung von Schwulen zu Heterosexuellen zum Ziel gesetzt hat. Als ehemaliger Berater des Weißen Hauses und "Experte" bei Anhörungen hat er immer wieder auf die von Homosexuellen ausgehenden Gefahr hingewiesen.

Er selbst scheint es aber mit der zu verteidigenden Vorherrschaft des Heterosexuellen nicht sehr genau zu nehmen: Journalisten der "Miami Free Times" haben am 13. April beobachtet, wie ein "alter Mann mit einem atavistischen Oberlippenbart und einem verzweifelten blonden Haarschnitt" gemeinsam mit einem schlanken, hübschen Jungen von einem Zehn-Tage-Trip durch Europa zurückkehrte. Der "alte Mann" war Pfarrer Rekers, der Junge arbeitete bei Rentboy.com ("unbeschnitten, versatil, netter Arsch").

Rekers: Callboy war nur Gepäckträger

Rekers leugnet jede schwule Absicht, obgleich er zugibt, den Callboy bezahlt zu haben. "Ich hatte eine OP und kann Gepäck nicht hochheben. Deswegen habe ich ihn angeheuert." Warum er dabei auf Rentboy.com - einer klar sexuell ausgerichteten Seite, die wir aufgrund der deutschen Jugendschutzrichtlinien nicht verlinken dürfen - seine Tragehilfe anheuerte, erklärte Rekers nicht. Und er erklärte auch nicht, warum er bei seiner Ankunft in Miami alleine den voll beladenen Gepäckwagen schob.

Gegenüber dem schwulen Blogger Joe Jervis vergleicht Rekers seine Aktivitäten auf Rentboy.com mit denen des Gottessohnes: "Mein Held ist Jesus Christus, der jeden liebt, sogar die in unserer Kultur verachteten Leute, einschließlich sexueller Sünder und Prostituierter. Wie Jesus Christus verbringe ich absichtlich Zeit mit Sündern mit dem Ziel, ihnen zu helfen". So habe er mit dem Jungen etwa über die biblischen Warnungen vor Homosexualität gesprochen.

Mehrere Blogger machten das Profil des Callboys aus, das inzwischen gelöscht wurde. Dabei beschreibt sich "Geo" als 20-jährigen "College-Typen" mit einem 20 Zentimeter langen Gemächt, dem an "Bildung" und "Konversation" etwas liege - aber auch an mehr: "Ich werde alles tun, was du sagst, solange du mich danach fragst".

In den letzten Jahren sind immer wieder konservative Homo-Hassern schwule Aktivitäten in ihrem Privatleben nachgewiesen worden. So sorgte der Fall des republikanischen Senators Larry Craig im Jahr 2007 für Aufsehen - der 62-Jährige wollte in einem Flughafentoilette Klappensex mit einem Undercover-Polizisten anbandeln (queer.de berichtete). Zwei Jahre später musste er aus dem Senat ausscheiden.

Auch John Paulk, der frühere Chef der größten weltweit Ex-Gay-Organisation "Exodus", stolperte 2000 über eine Homo-Affäre, nachdem er in einer Schwulenbar in der US-Hauptstadt Washington gesichtet worden war. Besonders heikel: Er war so etwas wie der Exodus-"Posterboy" und mit einer nicht minder prominenten "Ex-Lesbe" verheiratet. In der Bar sei er jedoch "nur mal pinkeln" gegangen und habe nicht gewusst, dass dort auch Homosexuelle verkehrten, sagte er tags darauf verdutzt der Presse. Später gab er zu, dass er Männer treffen wollte - 13 Jahre nach seiner angeblichen "Heilung". (dk)

#1 CarstenFfm
  • 05.05.2010, 16:20h
  • Herrlich..... nichts ist besser, als wenn sich unser Feinde selbst richten.


    Und dann diese bescheuerten Ausreden... klar macht Sinn einen Stricher zum Koffertrgen zu engagieren.
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#2 MIZAnonym
  • 05.05.2010, 16:22h
  • Ich amüsiere mich mal wieder ganz köstlich! *lol*
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#3 MarcAnonym
  • 05.05.2010, 16:30h
  • Was bitte sind "schwule Absichten" und "schwule Aktivitäten"? Sehr unglückliche Wortwahl. So gewählt, hat alles schwule mal wieder nur mit Sex zu tun. Schade Schade. Von einer schwulen Nachrichtenseite hätte ich da etwas mehr erwartet.
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