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- 07. Mai 2010 2 Min.
Die von Papst Benedikt XVI. im vergangenen Jahr rehabilitierte Pius-Bruderschaft glaubt, dass "Vertreter widernatürlicher Unzucht" den Kirchentag "unterwandern" wollten.
Der deutsche Oberere der Priestervereinigung erklärte nach Angaben des "Focus", dass der kommende Woche in München stattfindende Ökumenische Kirchentag Christen lediglich "Orientierungslosigkeit, Verwirrung und einen Schritt mehr auf die Entwertung aller Werte hin" biete. Pater Franz Schmidberger glaubt, dass Homo-Aktivisten die Großveranstaltung "unterwandern" und "instrumentalisieren" wollten. "Sünde und Perversität" erhielten daher ein öffentliches Forum, "und dies mit Billigung und Unterstützung deutscher Bischöfe". Tatsächlich werden sich weniger als ein Prozent der 3.000 Veranstaltungen mit Homo-Themen beschäftigen.
Echte Christen sollten nach Ansicht von Schmidberger der Veranstaltung fernbleiben. Denn das Programm des Kirchentages lege keinen Wert auf Missionierung und Widerstand gegen "die sich ausbreitende Säkularreligion". Nach dem Missbrauchsskandal sollten die Christen zwar "den Willen zu Reinigung und Erneuerung" zeigen, aber vor allem "das Festhalten am katholischen Glauben" in den Vordergrund stellen.
Im vergangenen Jahr hatte die Piusbruderschaft bereits schwule Aktivisten mit den Nationalsozialisten verglichen (queer.de berichtete).
Evangelische und katholische Laienorganisationen warnen vor "schrillen" Schwulen
Bereits vor den Tiraden der Priestervereinigung gegen die ökumenische Veranstaltung haben die Laienorganisationen "Forum Deutscher Katholiken" und die evangelikale "Internationale Konferenz Bekennender Gemeinschaften" die Toleranz gegenüber Schwulen und Lesben scharf kritisiert. Die von Homosexuellen veranstalteten Seminare beschäftigten sich mit Menschen, "die sich auf ihre sexuellen Probleme konzentrieren und oft in schriller Weise Gottes Wort und die Lehre der Kirche missachten", so die beiden Organisationen in einer gemeinsamen Erklärung.
Die Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) warf daraufhin konservativen Christen vor, von dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche ablenken zu wollen: Mit Bestürzung nehme man "Tendenzen in der römisch-katholischen Kirche wahr, mit denen Homosexualität in Verbindung mit dem fortdauernden Skandal sexualisierter Gewalt in dieser Kirche gebracht werden soll." Dabei vergesse die römisch-katholische Kirche, den Menschen eine frohe Botschaft zu vermitteln", so die HuK in einer Pressemitteilung.
Mehr als 100.000 Teilnehmer werden zum 2. Ökumenischen Kirchentag von 12. bis 16. Mai in München erwartet, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie weitere hochrangige Politiker. Der erste Kirchentag dieser Art lockte 2003 mehr als 200.000 Christen nach Berlin. (dk)
Links zum Thema:
» Ökumenischer Kirchentag 2010














