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  • 08. Mai 2010 8 2 Min.

Bei dem in letzter Sekunde genehmigten CSD in Vilnius muss die Polizei Schwule und Lesben vor bedeutend mehr Gegendemonstranten schützen.

Von Norbert Blech

Es war nicht der erste CSD in Litauens Hauptstadt, aber der im Vorfeld umstrittenste. Die "Hochsicherheitsdemo" (Volker Beck über Twitter) wurde erst am Freitag vom obersten Verwaltungsgerichtshof erlaubt, nachdem Vorinstanzen eine Erlaubnis durch die Stadt wegen angeblicher Sicherheitsbedenken kassiert hatten (queer.de berichtete). Auch um den Ort hatte es im Vorfeld Streit gegeben.

Die rund 300 bis 500 Teilnehmer, darunter viele Unterstützer aus dem europäischen Ausland wie Volker Beck oder Schwedens Europaministerin Birgitta Ohlsson, wurden schließlich am Samstag mit Bussen zu dem abgesperrten Demonstrationsgebiet am Fluss Neris gekarrt, Gegendemonstranten oder auch einfach Interessierte mussten von der anderen Seite des Flusses oder ab einer entfernten Absperrung in einem Neubaugebiet zuschauen.

Dort hatten bis zu 1.000 Polizisten alle Hände damit zu tun, ein Durchbrechen der Absperrung durch bis zu 1.500 Gegendemonstranten zu verhindern. Überwiegend junge Menschen mit rechtsnationaler Gesinnung schrien Medienberichten zufolge "Tod den Schwulen" oder "Litauen den Litauern", auch soll vereinzelt mit Steinen, Flaschen und Rauchbomben geworfen worden sein.

Im Laufe des Nachmittages nahm die Polizei, die Tränengas einsetzen musste, um ein Überschreiten der Absperrungen zu verhindern, zwölf Gegendemonstranten fest. Darunter sollen sich laut Agenturberichten auch Mitglieder des litauischen Parlaments befunden haben.

Unterstützung für den CSD kam aus dem Ausland: laut Volker Beck sprachen zahlreiche Mitglieder des Europäischen Parlaments (darunter der offen schwule Brite Michael Cashman) bei der Abschlusskundgebung, auch die Botschafter aus Großbritannien, der Tschechei, aus den Niederlanden und Frankreich meldeten sich zu Wort. Zudem waren Mitglieder von Amnesty International und ILGA sowie viele Privatpersonen angereist, um die litauischen Schwulen und Lesben zu unterstützen.

Einer der Organisatoren, Vytautas Valentinavicius, sagte der Nachrichtenagentur AFP nach der Demonstration, man habe einen großen Schritt hin zu mehr Toleranz gemacht. Das ist vielleicht eine gewagte Aussage, dass die Demonstranten aber Zeichen nach innen setzten, machte ein Plakat deutlich: "Wir marschieren für die, die nicht können."

Youtube | Video vom Baltic Pride. Ein anderes Video zeigt junge Rechte beim rhytmischen Hüpfen mit ausgestrecktem Arm.
-w-

#1 LorenEhemaliges Profil
  • 08.05.2010, 20:50h
  • Mein Respekt den litauischen Teilnehmern am Baltic Pride und den Ünterstützern aus dem Ausland, die alle trotz der Gefahren durch gewalttätige Schwulenhasser an der Demo teilgenommen haben.
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#2 KameliendameEhemaliges Profil
  • 08.05.2010, 21:35h
  • Es wird noch ein langer schwieriger Weg zu gehen sein für die Schwulen, Lesben und Transgender in Litauen, aber das war ein Anfang.
    Und dazu meine Glückwünsche.

    Gut das Volker Beck und andere da waren um zu unterstützen...
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#3 anonymusAnonym
  • 08.05.2010, 22:26h
  • Meine uneingeschränkte Hochachtung vor Volker Beck !!!
    Der Mann muß Präsident werden !!!
    Warum ? Weil er Rückrat wie sonst keiner hat, Charakter, Mut !!!
    Die Gegendemonstranten wissen wohl noch nix über faire Meinungsäusserung im Sinne eines demokratischen Systems. Nix gegen Meinungsäusserungen aber wenn´s mit Gewalt und Todesdrohungen abgeht - NO WAY!!!
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