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- 21. Mai 2010 2 Min.
Die Piusbruderschaft will alle Homosexuellen aus dem Priesteramt ausschließen, weil diese Gruppe das Pädophilie-Problem in der katholischen Kirche verursacht habe.
Bischof Bernard Fellay, Generaloberer der Piusbruderschaft, erklärte gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Spiegel", dass es sich bei den katholischen Missbrauchsopfern "nahezu ausschließlich um Jungen im geschlechtsreifen Alter" handele. Damit sei nicht das Zölibat ein Problem für die römische Kirche, sondern Homosexualität. "Will man Missbrauch verhindern, muss man Homosexuelle vom Priestertum fernhalten", ist daher Fellays Lösungsvorschlag.
Der 52-Jährige gehört zu den Bischöfen der Bruderschaft, die im Januar 2009 von Papst Benedikt XVI. rehabilitiert wurden (queer.de berichtete). Besonders umstritten war damals die Wiederaufnahme des britischen Bischofs Richard Williamson, der den von den Nazis begangenen Juden-Mord leugnet.
Erzbischof Marcel Lefebvre hatte 1970 die radikalkatholische Piusbruderschaft gegründet. Sie ist aber 1988 wegen illegalen Bischofsweihen aus der Mutterkirche ausgeschlossen worden. Erst im vergangenen Jahr nahm der deutsche Papst die Exkommunikation zurück, obwohl die radikalen Ansichten der Organisation zum Holocaust und zu sexuellen Minderheiten bekannt waren.
Die Pius-Traditionalisten haben wiederholt gegen Schwule polemisiert. So haben sie bereits drei Mal gegen den CSD in Stuttgart demonstriert (queer.de berichtete). Dabei führten sie Schilder mit Aufschriften wie "Rettet Kinder vor Perversion" mit. Außerdem warb die Organisation für die Wiedereinführung des Paragrafen 175 in der Nazi-Fassung von 1935 (queer.de berichtete). Zuletzt warnten die Piusbrüder vor einer "Unterwanderung" des Ökumenischen Kirchentages durch Homosexuelle (queer.de berichtete). Im "Spiegel" erklärte Fellay jetzt, dass dieses Treffen in München eine "Anti-Ratzinger-Veranstaltung" gewesen sei, die sich dem "Mainstream" angebiedert habe.
Auch andere katholische Würdenträger haben in den letzten Monaten versucht, einen Zusammenhang zwischen Pädophilie und Homosexualität herzustellen, darunter mit Kardinal Tarcisio Bertone auch die Nummer 2 im Vatikan. Es wurden daher bereits mehrere Fälle von schwulen Pfarrern bekannt, die in Folge der gestiegenen Aufmerksamkeit erst geoutet wurden und dann ihren Job verloren haben (queer.de berichtete). (dk)















Genauso wenig wie sich normale Heteros mit Vergewaltigern von Frauen in Verbinndung bringen lassen, haben normale Schwule mit den sich selbst verleugnenden und missbrauchenden Priestern nichts gemeinsam.