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  • 21. Mai 2010 11 2 Min.

Der deutsche Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP), das Weiße Haus und auch Sängerin Madonna setzen sich für zwei Männer aus Malawi ein, die wegen Homosexualität zu 14 Jahren Haft verurteilt wurden - die malawische Regierung begrüßt dagegen das Urteil.

Der 26-jährige Steven Monjeza und der 20-jährige Tiwonge Chimbalanga haben bereits angekündigt, gegen das Urteil Berufung einlegen zu wollen. Aus ganz Europa und Nordamerika hagelte es Proteste gegen die Verurteilung des Paares nach einem alten Kolonialgesetz. Für Berlin erklärte Entwicklungsminister Niebel, dass die Verfolgung von Homosexuellen unvereinbar sei mit der Achtung von Menschenrechten. Er wies darauf hin, dass Malawis Verfassung die Einhaltung der Menschenrechte garantiere. Markus Löning (FDP), Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung, erklärte zudem, die Verurteilung verstoße gegen internationales Recht und gegen die Afrikanische Charta für Menschen- und Bürgerrechte.

Auch die amerikanische Regierung forderte Malawi auf, Homosexuelle nicht länger zu verfolgen: "Die Kriminalisierung von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität ist unverschämt und dieser Fall beschädigt die Menschenrechte in Malawi", so die Obama-Regierung in einer Erklärung. "Wir fordern Malawi und alle anderen Länder auf, nicht mehr sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität als Basis für Verhaftungen, Internierungen oder Exekutionen heranzuziehen."

"Recht auf Liebe verteidigen"

Popsängerin Madonna, die in den letzten Jahren zwei Kinder aus Malawi adoptiert hatte, zeigte sich entsetzt über die Verurteilung: "Das ist ein Riesenschritt zurück für Malawi", erklärte die 51-jährige Amerikanerin. "Unsere Welt ist so voller Leid, daher müssen wir das Menschenrecht darauf, zu lieben und geliebt zu werden, verteidigen." Sie rief "fortschrittliche Männer und Frauen von Malawi" auf, sich für eine Freilassung der Männer einzusetzen.

Menschenrechtsorganisation wie Amnesty International oder Action Against Homophobia haben nun Unterschriftenaktionen gestartet, um Druck auf die Regierung von Malawi auszuüben. Allerdings scheint dies auf taube Ohren zu stoßen: So erklärte der malawische Informationsminister Leckford Mwanza Thotho, seine Regierung sei zufrieden mit der Entscheidung des Gerichts. Das Urteil reflektiere die Mehrheitsmeinung in Malawi und stelle sicher, dass "mit unseren Traditionen kein Schindluder getrieben wird". Homosexualität sei "un-malawisch", so Mwanza Thotho weiter. (dk)

-w-

#1 RoggeAnonym
  • 21.05.2010, 14:24h
  • Ich bin sehr froh, dass sich soviele namhafte Menschen für ihre Freilassung einsetzen.
    Möge das Menschenrecht auf freie sexuelle Identität und Orientierung auch in Afrika weiter durchsetzen. Der Weg dahin ist aber noch weit, weil nicht zuletzt religiöse Fanatiker ihre Irrlehren verbreiten.
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#2 NicoAnonym
  • 21.05.2010, 16:52h
  • Die armen beiden.

    (keine Lust mehr auf Wut auf Unwissende. Trauer)
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#3 Kokolemle
  • 21.05.2010, 21:04hHerschweiler
  • Das Urteil ist ein Verbrechen gegen universelle Menschenrechte. Was bringt das den der Regierung von Malavi, wenn die beiden heterosexuell sich verhalten würden???? Garnichts.
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